Trauer in Corona-Zeit. Nicht nur Begräbnisse, sondern auch Allerheiligen und Allerseelen stehen heuer im Bezirk Mödling ganz im Zeichen der Pandemie.

Von Michelle Schüller. Erstellt am 28. Oktober 2020 (05:45)
Corona hemmt heuer auch das Totengedenken.
Gleiss

„Es ist derzeit sehr schwierig. Durch die sich ständig ändernden Verordnungen besteht vor allem bei bereits organisierten Trauerfeiern große Ungewissheit“, betont Nicole Radel, Filialleiterin des Bestattungsunternehmens „Unvergessen“ in Mödling. „Derzeit raten wir, wenn eine Trauerfeier gewünscht ist, zu einer Feuerbestattung. Dann ist es möglich, die Urne aufzubewahren und die Feier zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden zu lassen.“ Laut Radel werde die „Stille Bestattung“ nunmehr öfter ausgewählt werden. „Bei dieser Bestattungsform fällt die Feier in der Aufbahrungshalle weg, die Trauergäste treffen sich direkt an der Grabstelle. Diese Form ist wesentlich kürzer und lässt sich auch in Corona-Zeiten gut vereinbaren.“

Alexander Paul, Leiter der Bestattung Mödling, spricht hingegen von einer „unveränderten Situation. Der Ablauf ist bis auf die Corona-Regeln nach wie vor der gleiche“. Auf die Frage, welche Bestattungsform derzeit bevorzugt wird, erklärt Paul: „Es ist immer ein Auf und Ab. Einmal werden mehr Feuerbestattungen durchgeführt, dann wiederum Erdbestattungen. Wir können aber aufgrund von Corona keine Tendenz zu einer bestimmten Form erkennen.“

Diese Meinung teilt auch Wilhelm Pleininger von der Bestattung Stolz aus Wiener Neudorf: „Wir können die Begräbnisse ganz normal stattfinden lassen. Die Corona-Maßnahmen haben keinen großen Einfluss auf das Totengedenken.“ Auch in diesem Bestattungsunternehmen kann keine bevorzugte Bestattungsform erkannt werden.

Im Naturbestattungsunternehmen Zadrobilek in Gießhübl hat Corona für die Allerheiligen-Gedenkfeier „große Auswirkung. „Jedes Jahr halten wir im ‚Wald der Ewigkeit‘ eine Gedenkfeier für die Verstorbenen ab. Dies ist in diesem Jahr aus bekannten Gründen nicht möglich. Da wir trotzdem gemeinsam mit den Hinterbliebenen ihrer Verstorbenen gedenken wollen, haben wir uns dazu entschieden, unsere bereits geplante Rede zu filmen und online zu stellen“, merkt Geschäftsleiterin Marlies Zadrobilek an. Der „Wald der Ewigkeit“ in Gießhübl könne trotzdem besucht werden.

Naturbestattungen gehören dazu

Zadrobilek erzählt, dass seit Corona „immer öfter die Feuerbestattung gewählt wird. Dies war besonders im März und April zu merken. Einige Angehörige leben im Ausland oder sind Teil der Risikogruppe, was eine Anwesenheit bei der Beerdigung sehr schwierig gestaltet hat. Daher haben sich viele für eine Feuerbestattung entschieden.“ Ebenso kann die Geschäftsleiterin erkennen, dass das Angebot der Naturbestattung „immer öfter angenommen wird“.

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