Urteil gefallen: 11 Jahre Haft für Mordauftraggeberin

Jene 79-jährige Pensionistin, die laut Anklage ihren Schwiegersohn ermorden lassen wollte, wurde zu 11 Jahren Haft verurteilt, ihr Handlanger ebenso.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 08:45
Lesezeit: 2 Min
Gericht Symbolbild
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Foto: Von Zolnierek, Shutterstock.com

Die Vorgeschichte: Die Frau soll den Erstangeklagten angestiftet haben, einen möglichen Täter für einen Mord am Lebensgefährten ihrer Tochter zu finden. Laut Staatsanwaltschaft soll der dann einen Ungar gefunden haben, der die Tat vollbringen sollte und dem möglichen Täter auch Geld gegeben haben. Der wandte sich jedoch an die Polizei.

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Erbstreitigkeiten in der Familie

Grund für das Vorgehen dürften Erbstreitigkeiten in der Familie gewesen sein. Die Angeklagte soll viel Geld geerbt haben, dieses aber in hohen Beträgen an zwielichtige Internetbekanntschaften verteilt haben. Auch der Anwalt erklärte vor Gericht, dass sie Betrügern aufgesessen sei. Laut Staatsanwaltschaft waren „die Kränkung, dass niemand an die Liebe der Internetbekanntschaften zu ihr glaubte und die Streitereien ums Geld“ der Auslöser. Der Erstangeklagte dürfte wegen finanzieller Probleme mitgemacht haben.

Er soll dem gedungenen Mörder ein Foto vom Opfer, das ihm die 79-jährige gegeben hatte, weitergegeben und die Adresse hinten notiert haben. Außerdem soll er am 17. Februar 2020 den Betrag von 5.000 Euro von der Frau abgeholt und dem anderen Mann gegeben haben, bevor er mit ihm zum Wohnhaus des Opfers fuhr und ihm dort die Gegebenheiten und Gewohnheiten des Opfers erklärte.

Vor Gericht erklärten sich beide für „unschuldig“ und dass die 5.000 Euro ein Darlehen der Frau für einen Carport im Haus des 52-jährigen in Ungarn waren, der aber nie gebaut wurde. Die Frau gab an, dem Freund ihres verstorbenen Mannes das Foto gegeben zu haben, weil er den Schwiegersohn in spe überprüfen sollte.

Hauptbelastungszeuge ist jener Mann, der den Auftrag zum Mord erhalten haben soll. Der 44-jährige erzählte vor Gericht, dass ihn der Erstangeklagte immer aggressiver aufforderte, den Auftrag zu erledigen, weshalb er dann zur Polizei ging. Er habe nie vorgehabt, das Opfer zu töten.

Kontobewegungen und Handy-Ortungen betätigten die Geschichte des Zeugen und eine weitere Zeugin gab an, dass ihr der Erstangeklagte die ganze Sache erzählt habe. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, da sowohl die Staatsanwaltschaft, als auch die Verteidigung Berufung angemeldet hat.