Verbot: Heizen geht auch ohne Öl. Seit 1. Jänner dürfen Öl-Heizungen nicht mehr eingebaut werden. Die NÖN zeigt, wer im Bezirk profitiert und wer verliert.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 09. Januar 2019 (03:54)
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Symbolbild

Mödling ist ein Bezirk, der mit sieben Prozent oder 2.758 Öl-Heizungsanlagen weit unter dem Durchschnitt liegt, was den Heizöleinsatz in Haushalten zur Abdeckung des Energiebedarfs beim Heizen und bei der Warmwasseraufbereitung betrifft.

Das bestätigt auch Installateur Dalibor Barudzija von DB Installation in Vösendorf. „Bei uns in der Umgebung sind Öl-Heizungsanlagen bereits Mangelware. Viele, die eine Öl-Heizung haben, steigen um oder sind bereits umgestiegen.“

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Doch alleine damit, sich eine neue Heizung zu wünschen, sei es nicht getan. Denn jedes Haus sei anders und individuell zu betrachten, aufgrund seiner Bauweise, der vorhandenen Dämmung und vom Erbauungsalter her. „Ich empfehle meinen Kunden immer, eine kostenlose Energieberatung des Landes NÖ in Anspruch zu nehmen. Denn eine neue Heizung zu installieren ist zu wenig. Das Gesamtpaket muss stimmen.“ Der Energieberater wisse über alle Gesetzesänderungen Bescheid und auch über alle Förderungen, die möglich sind.

Klar ist: „Wer umsteigen möchte, der muss dafür ein Budget haben und bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen. Unter 35.000 Euro wird sich bei einem Öl-Heizkesseltausch nicht viel abspielen. Man muss die Entsorgungs- und Reinigungskosten auch noch dazurechnen“, erklärt Barudzija.

Das Land NÖ bietet im Moment eine Förderung von 5.000 Euro. Der Vösendorfer Installateur gibt einen guten Rat: „Es gibt Gemeinden, die fördern den Umstieg auf alternative Energieformen ebenfalls. Vösendorf zahlt dafür 1.000 Euro.“

5.000 Euro für Umstieg zu geringe Summe

Installateur Gerald Reiter aus Brunn weiß um die oft sehr hohen Kosten, die bei einem Heizungsumstieg anfallen. Die 5.000 Euro hält er für „einen Tropfen auf den heißen Stein. Ein wirklicher Anreiz, um umzusteigen wäre eine Summe zwischen 8.000 und 10.000 Euro“.

Die generelle Verteufelung von Öl-Heizanlagen hält er für falsch: „Es gibt einen Riesenunterschied bei der Energieeffizienz alter Öl-Heizungen und Premiumgeräten der neuesten Generation. Wer über eine Öl-Heizung der neuesten Generation verfügt, für den rechnet sich ein Umstieg maximal in 30 Jahren.“

Und Yücel Celebi von CTEC-Installationen in Maria Enzersdorf meint: „Die Frage ist auch immer - habe ich Radiatoren oder eine Fußbodenheizung. Bei einer Fußbodenheizung ist eine Wärmepumpe zu empfehlen, es gibt ja auch vielfältige Kombinationsmöglichkeiten von Wärmepumpen mit Photovoltaik- und Solaranlagen.“

Vom Öl-Heizungsverbot nicht betroffen zeigt sich Anton Holzmann, Obmann der Mödlinger Wohnbaugenossenschaft. „Wir haben diesen Standard im geförderten Wohnbau schon lange nicht mehr. Fossile Brennstoffe wurden im gemeinnützigen Wohnbau nicht gefördert, im frei finanzierten Wohnbau sind wir schon lange auf alternative Heizformen umgestiegen.“

Naturwärme steht immer höher im Kurs

Die EVN investiert seit Jahren stark in den Ausbau der nachhaltigen Wärmeversorgung. Presseprecher Stefan Zach erklärt dazu: „Das tun wir einerseits, weil wir unseren Beitrag zum nachhaltigen Umbau unseres Energiesystems leisten wollen. Andererseits auch, weil das von unseren Kunden in immer stärkerem Ausmaß gefordert wird.“

150 Kilometer Leitungen sorgen seit einem Jahr für die Versorgung mit Naturwärme aus den drei Biomasse-Heizwerken Mödling, Baden und Guntramsdorf für elf Mödlinger Gemeinden. Der Gesamtabsatz in der Region beläuft sich auf rund 250 Gigawattstunen pro Jahr, das entspricht der Versorgung von etwa 30.000 Haushalten mit umweltfreundlicher Naturwärme.

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