Biomasse-Anlage: Es geht 11 Meter runter. EVN plant Projekt um und verlegt den Gebäudekomplex in Biedermannsdorf in die Tiefe.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 29. April 2021 (04:23)
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Im Vorfeld der Volksbefragung am 30. Mai über die geplante Errichtung eines Biomasse-Heizkraftwerks hat die EVN noch an mehreren Rädchen gedreht: Unternehmenssprecher Stefan Zach erklärt: „Unsere Techniker haben es geschafft, die gesamte Anlage zur Hälfte in den Boden zu versetzen. Die Grundfläche wurde um 11 Meter tiefer gelegt.“ Es bestehe keine Gefahr, dass Seen oder Teiche auslaufen: „Deren Wasserspiegel liegt noch weitere zwei Meter tiefer als unsere geplante Baugrube.“

Die „Tieferlegung“ sei „nur ein Teil der umfangreichen Gestaltungsmaßnahmen, die gemeinsam mit renommierten Architekten und Biologen konzipiert wurden“, betont Zach.

Biotop, hohe Bäume, neues Freizeitareal

Das gesamte Areal wird von einem bis zu 2,8 Meter hohen Erdwall begrenzt, der mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt wird. Drei Viertel des vier Hektar großen Areals bleiben unbebaut und werden ebenfalls begrünt. Am Gelände entsteht ein Biotop mit fast 3.000 m²: „Das gesamte Bepflanzungskonzept wird gemeinsam mit Ökologie-Experten entwickelt. Die Bäume werden jedenfalls so groß gepflanzt, dass sie schon von Anfang an als Sichtschutz dienen“, erklärt Zach. Im Sinne der Nachhaltigkeit, die „bei uns generell im Zentrum steht“, wollte man mit der Biomasse-Anlage zur Aufwertung des Lebensraums beitragen.

Zu dieser Aufwertung soll auch eine 1.800 m² große Fläche beitragen, die sich am Areal, aber außerhalb des Betriebsgeländes befindet, wie Zach im NÖN-Gespräch erläutert. „Wir möchten gemeinsam mit der Bevölkerung Ideen entwickeln, wie diese Fläche bestmöglich genutzt werden kann. Von einer Kletterwand über einen Kinderspielplatz bis hin zu einer Fahrradstation ist vieles möglich und denkbar.“

Das soll in Abstimmung mit der Marktgemeinde entstehen, Bürgermeisterin Beatrix Dalos, ÖVP, erklärt: „Wir haben unsere Wünsche als Gemeinde rechtzeitig gegenüber der EVN kommuniziert. Die Tieferlegung, die Bepflanzung und das Biotop statt eines Holzlagerplatzes waren ausdrücklich dabei.“

Dalos weist darauf hin, dass die Gemeinde das Projekt per se nicht verhindern könne. „Ich persönlich halte das Vorhaben für ein tolles, zukunftsorientiertes Projekt. Das Standortareal würde als Naherholungsgebiet durch die Begrünung und die ökologischen Maßnahmen eine Aufwertung erfahren. Es reicht auch nicht, einfach zu sagen, Biedermannsdorf hat nichts davon. Es werden Leitungen verlegt werden und die EVN wird ein zukunftsweisendes Projekt auch für Biedermannsdorf entwickeln.“

Ihr Tipp lautet: „Am 30. Mai zur Abstimmung gehen und seine Meinung kundtun.“