Vermesser stand plötzlich im Garten. Anrainer aus Biedermannsdorf verständigen wegen eines vorerst unbekannten Mannes auf Privatgrund die Polizei.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 28. April 2021 (03:45)
Auf der Suche nach diesem Vermessungspunkt stand der Techniker plötzlich im Garten.
privat, privat

Riesenaufregung am Sonntagnachmittag gegen 14.15 Uhr. „Mein Hund hat plötzlich begonnen, wie wild zu bellen. So richtig böse. Er hat gar nicht mehr aufgehört“, beschreibt Erich Hapel die Situation. Kurz darauf ist die Ursache dafür klar: „Ein wildfremder Mann steht im Garten und sagt, er sucht einen Vermessungspunkt. Er ist über den Zaun gestiegen.“ Hapel stellt den ihm Unbekannten zur Rede, fordert einen Ausweis, bekommt selbigen nicht zu sehen und verständigt die Polizei. In kurzer Zeit sind alle unmittelbar betroffenen Nachbarn vor Ort und erwarten sich von den insgesamt sechs Polizisten – und dem Mann – Aufklärung.

Den Beamten gegenüber weist sich der Mann aus, nach einer Kontrolle auch seines Fahrzeuges ist klar: Es handelt sich um einen Techniker, der wegen eines Bauprojekts mit Vermessungen beauftragt wurde. Im Rahmen dieser Tätigkeit dürfe er gemäß des Bundesgesetzes vom 3. Juli 1968 über die Landesvermessung und den Grenzkataster tatsächlich „jedes Grundstück mit Ausnahme der darauf errichteten Gebäude betreten“, ja sogar „einzelne, die Vermessungsarbeiten hindernde Bäume, Sträucher und sonstige Pflanzen im notwendigen Umfang beseitigen“.

Dennoch ist Hapel nach „dieser sonntägigen Realsatire fassungslos: „So wie wir das erlebt haben, geht das nicht. Dem aktuellen Gesetz gebührt die Rote Karte.“ Er will dem unangekündigten Betreten von Privat-Grundstücken einen Riegel vorschieben und hat bei Mödlings Nationalratsabgeordneten Hans Stefan Hintner, ÖVP, Gehör gefunden.

Detail am Rande: „Am Vormittag hat mir ein Nachbar ein Foto geschickt. Ob ich wisse, was das in seinem Garten ist, auf das er gerade gestoßen ist“, erzählt Hapel: „Es war genau der Vermessungspunkt, den der Techniker gesucht hat.“ Zeit, um Lotto zu spielen, hat Hapel wenigstens etwas zum Schmunzeln.