Mödling: teatro will noch größere Brötchen backen

Erstellt am 11. August 2022 | 05:49
Lesezeit: 3 Min
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Norberto Bertassi und Raffaele Paglione freuen sich auf „Anne Frank“-Produktion im Jänner in der Stadtgalerie.
Foto: Dworak
Die Erfolge in Mödling machen Intendant Norberto Bertassi Lust auf mehr.
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„Alle unsere Erwartungen wurden übertroffen, wir sind sehr glücklich“. Die teatro-Sommerbilanz fällt somit aus der Sicht von Intendant Norberto Bertassi mehr als nur zufriedenstellend aus. Dass man mit „Schneewittchen“ (für die jungen Fans) und „Robin Hood“ (für die routinierten Besucher) erneut auf zwei Schienen gefahren sei, „war die richtige Entscheidung“. Ohne „Schneewittchen“ (im Vorjahr „Bambi“) hätte man die Jüngeren verloren, zudem hätten viele Begleitpersonen dann auch noch „Robin Hood“ besucht: „Denn von der Qualität her gibt es bei beiden Produktionen keinen Unterschied, das gesamte Ensemble und das Leading Team waren und sind großartig“, ist Bertassi stolz.

„Robin Hood“ (Buch und Regie Norbert Holoubek) war mit elf ausverkauften Vorstellungen ein Hit, beim Zusatztermin am Samstag gab es nur wenige leere Sitzplätze. „Schneewittchen“ (Buch und Regie Peter Faerber) war ebenso so gut wie „voll“. Auch ein Verdienst der Lieferanten des musikalischen Hitfeuerwerks Norberto Bertassi & Walter Lochmann, die die Songs für beide Stücke beisteuerten.

Ich denke, Robin Hood wäre beispielsweise als Jugendproduktion der Vereinigten Bühnen Wien perfekt geeignet“
Norberto Bertassi teatro-Intendant

Weiter geht es im teatro-Reigen mit einer „Bambi“-Neuaufnahme am 23. und 25. September im Franz Fürst-Freizeitzentrum in Wiener Neudorf, ehe es vom 10. bis 23. Dezember in der Mödlinger Stadtgalerie wieder Zeit für die traditionelle – zum 7. Mal – „Weihnachtsgeschichte“ ist. Bis zum 10-jährigen Jubiläum will Bertassi auch nicht daran rütteln, dann allerdings denkt er an Neues: an den „Kleinen Lord. Entweder parallel oder alternierend mit der Weihnachtsgeschichte.“

„Anne Frank“-Version zum Holocaust-Tag

Völlig neu ist die Welturaufführung anlässlich des Holocaust Days am 27. Jänner um 18.30 Uhr in der Stadtgalerie: „Anne Frank“ (Buch: Norbert Holoubek) mit Juliette Khalil in der Titelpartie. „Ich habe das Stück in einem kleinen Theater in Rom gesehen –natürlich auf italienisch“, erzählt Bertassi. Holoubek hat es umgeschrieben. Bei aller Tragik soll es kein depressives, sondern ein hoffnungsvolles Stück umsetzen“, merkt der Intendant an. Die Musik stammt von Raffaele Paglione, den „ich vor etwa 30 Jahren in meiner Elisabeth-Zeit kennengelernt und fürs Musical begeistern konnte. Das mit dem ,Mach ma‘ was’ hat länger gedauert“, schmunzelt Bertassi.

„Cinderella“ und „Anne auf Green Gables“

Nicht zuletzt sind die Vorbereitungen für die Sommersaison 2023 schon angelaufen. Mit „Cinderella“ mit Emily Fisher in der Titelrolle steht für die Jüngsten der nächste Märchenklassiker am Programm. Das Buch stammt dieses Mal von Holoubek und „ist bereits fertig“, applaudiert Bertassi.

Die Hauptproduktion dreht sich um den kanadischen (Generationen-)Erfolgsroman „Anne auf Green Gables“, der hierzulande eher unbekannt ist. „Wir Künstler brauchen Herausforderungen. Es war ein Wunsch von Norbert.“ Die Titelpartie ist mit „Heidi“ Lili Beetz schon besetzt.

Angesichts der teatro-Erfolge wird Bertassi immer öfter mit der Frage konfrontiert, warum die Produktionen nicht in großen Häusern zu sehen sind. „Es fehlt einfach das Theater, das uns die Chance gibt. Ich denke, Robin Hood wäre beispielsweise als Jugendproduktion der Vereinigten Bühnen Wien perfekt geeignet“, träumt Bertassi. Immerhin hat Christian Struppeck, seit 2012 Musical-Intendant der Vereinigten Bühnen Wien, die Premiere in Mödling besucht und war angetan.

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