Blutspender lassen immer deutlicher aus. Bei der jüngsten Aktion der Rot-Kreuz-Ortsstelle fanden sich gerade einmal 103 Freiwillige ein. Ein Negativrekord.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 14. Mai 2015 (12:55)
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„Gerade einmal 103 Blutspender haben den Weg zu unserer Aktion gefunden“, ist Organisator Wolfgang Schedlbauer vom Roten Kreuz Perchtoldsdorf entsetzt: „Damit setzt sich der negative Trend weiter fort, was für die Sommermonate Schlimmes befürchten lässt.“ In den besten Zeiten fanden sich bis zu 250 Spender zum Aderlass ein.

Ortsstellenleiter Robert Horacek geht im NÖN-Gespräch ins Detail: „Zum einen ist leider zu bemerken, dass es die Leute mit dem Blutspenden nicht mehr so ernst nehmen, zum anderen steigt die Ablehnquote deutlich an.“ Werde jemand vor Ort einmal abgewiesen (Fieberblase, Verkühlung, kürzlich erfolgte Tätowierung, ...), so könne man davon ausgehen, dass diese Person als Spender für immer verloren sei, merkt Horacek an. Dabei erfolge die Abweisung nicht aus Jux und Tollerei, sondern gehöre zum „Qualitätsstandard in Österreich“.

Wie dramatisch die Situation durchaus werden kann, verdeutlicht Horacek: „Werden bei einem Unfall Leber und Milz verletzt, braucht eine Person bis zu 70 Blutkonserven. Bei unserer Aktion sind gerade einmal sieben Spenden meiner Blutgruppe O negativ eingegangen.“

Damit nicht genug, war der Frust beim Organisationsteam auch aus einem anderen Grund groß: „Auszeichnung hat es auch keine gegeben, da die eingeladene Person nicht erschienen ist.“