Perchtoldsdorf: Elektrischer Defekt löste Großbrand aus. Beamte des Bereichs "Brand" im Landeskriminalamt Niederösterreich haben den Auslöser für den Großbrand im Perchtoldsdorfer Ortszentrum heute gefunden. Der Brand nahm im hinteren Bereich des Hotels Schindler seinen Anfang.

Von Hans Boeger. Erstellt am 23. Februar 2021 (18:07)

Chefinspektor Erich Rosenbaum, Leiter des Bereiches „Brand“ im Landeskriminalamt NÖ, führte mit seinen Kollegen die Ermittlungen über die Entstehung des Großbrandes durch. Für die Kriminalisten war rasch klar, dass der Brand seinen Anfang im hinteren Bereich des Hotels Schindler genommen hatte. Als Ursache nennt der Experte „den Bereich einer höheren hölzernen Überdachung, die sich durch einen elektrischen Defekt an einer Leitung entzündet hat, zuerst den Hotel-Dachstuhl in Brand gesetzt hat und dann in weiterer Folge auf jenen der Polizeiinspektion übergegriffen hat.“ Laut dem Brandexperten gibt es keinerlei Hinweise oder Anhaltspunkte auf fremdes Einwirken oder Einbringen einer fremden Zündquelle, sprich Brandstiftung.

Herausfordernder Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr

Für Willi Nigl, den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Perchtoldsdorf, war der gestrige Großbrand der schwierigste Einsatz, seitdem er dieses Amt bekleidet. Das gilt wohl auch für die insgesamt 129 Kameraden aus Perchtoldsdorf, Brunn und Kaltenleutgeben. Nach der Alarmierung musste er sich vorerst einen Überblick über die Lage im dicht verbauten Zentrum verschaffen und seine Kollegen entsprechend positionieren. Nigl hält fest: „Alle Kameraden  waren gefordert, die erst im November angeschaffte Drehleiter hat hier im wahrsten Sinn des Wortes ihre Feuertaufe bestanden!“ Um 19.30 wurde „Brand aus“ gegeben, um 1 Uhr früh rückte der letzte Kamerad ein.

Polizeiinspektion übersiedelt auf Eislaufplatz-Gelände

Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Oberstleutnant Oliver Wilhelm bestätigte im Gespräch mit der NÖN, dass die Polizeiinspektion infolge des Großbrandes mehrere Monate nicht zur Verfügung stehen wird. Bei einer Konferenz im Gemeindeamt mit Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, sowie mit Vertretern und Experten des Innenministeriums, des Landespolizei- und Bezirkskommandos wurde beschlossen, die Beamten der Polizeiinspektion Perchtoldsdorf auf mehrere Dienststellen im Bezirk aufzuteilen.

Bürgermeister Martin Schuster hatte die zündende Idee,  den Eislaufplatz in der Plättenstraße mit Containern auszurüsten und mit dieser Infrastruktur versehen den Beamten zur Verfügung zu stellen. Ein Angebot, mit dem auch Inspektionskommandant Chefinspektor Wolfgang Laschober auch wegen des zentralen Standortes mehr als zufrieden ist.

Schuster gab weiters bekannt, dass der Dachstuhl der Polizeiinspektion, auf dem laut Laschober nichts Nennenswertes gelagert war, wegen akuter Einsturzgefahr abgerissen werden muss, mit der Versicherung die ersten Schritte gesetzt wurden und auch das Denkmalamt in die Renovierung einbezogen wird.