Mödlinger Gemeinden setzen auf Glasfaser. Neun Mödlinger Bezirksgemeinden freuen sich über „Glasfaser-Geld“ vom Bund.

Von Michelle Schüller. Erstellt am 19. August 2020 (05:45)
Bürgermeister Peter Klar (M.) im Hauptverteiler PoP (Point of Presence) in Laab im Walde mit Gemeinderat Daniel Resch (l.) und Projektleiter Daniel Heissenberger. Anmeldungen fürs Glasfaser-Internet unterwww.laab.gv.at/glasfaser
Gemeinde

Der Bund hat in den vergangenen Jahren viel Geld für die Digitalisierung der Gemeinden und Regionen flüssiggemacht. Im Bezirk Mödling knapp mehr als eine Million Euro.

Fast 290.000 Euro gab’s für das Großprojekt in Laab im Walde. „Wir stehen kurz vor dem Start unseres Glasfaser-Modells ‚Open-Access‘, das in Schweden schon seit einigen Jahren erfolgreich verwendet wird“, berichtet Bürgermeister Peter Klar, Miteinander für Laab, stolz. „Unser Ziel ist es, alle Kupfernetze durch Glasfaserkabel zu ersetzten.“

Für ‚Open-Access‘ hat die Gemeinde die gesamte Infrastruktur wie Rohre und Leitungen zur Verfügung gestellt. Durch das FTTH-Glasfasernetz (Fibre-to-the-home), welches eine direkte Netzanbindung vom Hauptverteiler bis ins Haus sicherstellt, wird eine ultraschnelle Datenübertragung ohne Verluste gewährleistet. „Ich denke, gerade Corona hat gezeigt, wie wichtig die digitale Vernetzung ist. Wir sind aufs Internet angewiesen. Somit hat es auch oberste Priorität, eine stabile Internetverbindung sicherzustellen“, macht Klar deutlich. „Die Feuerwehr, die Gemeinde, das Wasserwerk haben schon eine direkte FTTH-Glasfaserleitung in Betrieb.“

180.000 Euro hat Münchendorf für entsprechende Projekte erhalten: Bürgermeister Josef Ehrenberger, SPÖ, erklärte: „In den kommenden Monaten werden die Anrainer der Münchendorfer Seen an schnelleres Internet angebunden.“ Zudem will man den Bereich Bildung abdecken – Stichworte: E-Learning und Homeschooling. „Daher gibt es bereits eigene Tablet-Klassen, wo Schüler mithilfe von iPads lernen und unterrichtet werden. Hier finanziert die Gemeinde bei Bedarf die Anschaffungskosten der Geräte“, betont Ehrenberger.

Bessere Verbindung in alle Katastralgemeinden

Die Gemeinde Wienerwald wird in Bezug auf die Digitalisierung vor eigene Herausforderungen gestellt. Die flächenmäßig größte Gemeinde im Bezirk Mödling mit den Katastralgemeinden Dornbach, Grub, Sittendorf, Stangau und Sulz legt großen Wert darauf, die einzelnen Ortsgebiete digital miteinander zu verbinden. Daher wurde der Bedeutung der Digitalisierung bereits im ÖVP-Grüne-Koalitionsabkommen von 2015 hohe Bedeutung beigemessen, wie Vizebürgermeister Karl Breitenseher, Grüne, nicht unerwähnt lässt. Aufgrund der Distanzen zwischen den Katastralgemeinden sei der Aufwertung bestehender Kupferleitungen durch zwischengeschaltete „ARUs“ (Access Remote Units) favorisiert worden, die via Glasfaser an den Hauptverteiler angeschlossen sind. „Durch diese Lösung wird Glasfaserqualität in schnellerer Zeit zu einem günstigen Preis ermöglicht“, ist Breitenseher zuversichtlich. Die Gemeinde hat bei diesem Projekt mit der A1 Telekom Austria den Partner gefunden. Mitte des Vorjahres konnte die letzte Ausbaustufe in diesem Bereich abgeschlossen werden. Zudem will die Gemeinde die Digitalisierung-Offensive an der Volksschule fortsetzen.

Laxenburg setzt im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung zunehmend auf ein breiter aufgestelltes Bürgerservice und E-Government. Die Laxenburg-Card wird digitalisiert und mit einer neuentwickelten App verbunden, die ab Herbst in Betrieb gehen soll. Bürgermeister David Berl, ÖVP, ist zuversichtlich: „Über diese neue App wird man direkt Karten für verschiedene Veranstaltungen in Laxenburg kaufen können, wie für das Sommerkino, die Bühne Laxenburg oder die Schlosskonzerte.“

In Guntramsdorf schreitet der Breitbandausbau zügig voran, erzählt Bürgermeister Robert Weber, SPÖ. „Mit jedem Schritt sind natürlich deutliche Verbesserungen zu bemerken, jedoch nicht so drastische wie es möglicherweise andere Regionen derzeit erleben. Momentan wird in Neu-Guntramsdorf ein großflächiges Glasfasernetz inklusive einer Verkabelung von Stromleitungen verlegt. Dies ermöglicht wieder zahlreichen Haushalten einen schnelleren Breitbandanschluss.“

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