Ärger über Baumschnitt im Mai ist groß. Die Vögel brüten – warum jetzt gearbeitet wird, ist für die Brunnerin Ilse Jelos unverständlich.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 18. Mai 2020 (05:12)
Einer der gerodeten Bäume in der Alfons Petzold-Gasse in Brunn.
privat

Die Brunnerin Ilse Jelos versteht nicht, dass in ihrer Wohnhausanlage in der Alfons Petzold-Gasse, für sie grundlos und mit Anfang Mai zu spät, „die Bäume zurückgeschnitten, einige sogar gefällt wurden“. Sie betont: „Ich habe Erkundigungen eingezogen, viele versicherten mir, dass es im Mai zu spät für einen Baumschnitt sei, vor allem, da die Bäume voll im Saft stehen und schon die Vögel brüten.“

Weiters übt sie Kritik am völlig überhasteten Ablauf: „Das Sachverständigen-Gutachten für unsere Anlage wurde erst im März erstellt und ich verstehe nicht, dass die Arbeiten in der laubaustragenden Zeit durchgeführt werden müssen.“

Alexander Simmel von der zuständigen Hausverwaltung der GEWOG erklärt: „In diesem Gutachten wurden Zustand, Vitalität, Verkehrssicherheit sowie Erhaltungswürdigkeit der 65 Bäume auf der Liegenschaft beschrieben. Aufgrund laufend durchgeführter Maßnahmen in den Vorjahren mussten nur an neun Bäumen Arbeiten durchgeführt werden. Vier Bäume sind laut Gutachten nicht erhaltungswürdig, da sie zahlreiche Defekte aufweisen, diese wurden gerodet. Bei den restlichen Bäumen wurde das Dürrholz bearbeitet, teilweise auch große, abgestorbene Äste entfernt. Die Sicherheit der Wohnhausbewohner steht für uns an erster Stelle.“

Die Brunner Umweltreferentin Sabine Hiermann hält fest: „Der Zeitpunkt ist für mich vollkommen ungünstig gewählt, es sei denn, es ist Gefahr im Verzug.“ Wenn Bäume komplett entfernt werden, würde sie sich wünschen, dass „zeitnah eine Nachpflanzung mit klimageeigneten Bäumen erfolgt“.