Anonyme Anzeige gegen Vize-Ortschef. Gastronomielokal „buchbar“: Matthias Müller, SP, sieht sich mit Miet- und Ablösebefreiung-Vorwürfen konfrontiert.

Von Johanna Hoblik. Erstellt am 24. August 2018 (04:48)
Vizebürgermeister Matthias Müller sprang als Mieter für drei Monate „in die Bresche“ und übernahm das Lokal „buchbar“ im Bruno.
Hoblik

Das Lokal „Vielfalt“ wurde bis Ende Juni von Kurt Pröglhöf geführt. Nachdem zwei potenzielle Nachmieter im letzten Moment abgesprungen sind, ist Vizebürgermeister Matthias Müller, SPÖ, in seiner Profession als Gastronom nach eigenen Angaben „in die Bresche gesprungen“ und hat das Lokal unter dem Namen „buchbar“ übernommen, die NÖN berichteten.

In der Vorwoche trudelte ein anonymer Brief in der NÖN-Redaktion ein. Demnach wurde Anzeige an die Korruptions-Staatsanwaltschaft erstattet. Wegen der „fragwürdigen Vergabe“ des Gastronomielokals im Veranstaltungszentrum BRUNO. „Miet- und Ablösefreiheit des neuen Betreibers, Vizebürgermeister Matthias Müller, SPÖ, sind der Grund der Anschuldigungen“.

Matthias Müller und Robert Krickl
Hoblik & Wolfgang Prinz

Erich Habitzl, zuständiger Staatsanwalt in Wiener Neustadt, erklärt dazu: „Bei uns ist bis dato keine Anzeige in diesem Zusammenhang eingegangen.“

Zu den Vorwürfen befragt, bezieht Müller sofort Stellung: „Es ist richtig, dass ich für die drei Monate keine Miete bezahle. Bei einem derart überstürzten Neubeginn sind für den Gastronomen allein der erhöhte Personal- und Sonderaufwand enorm. Abgelöst habe ich dem Vorpächter Geschirr, Besteck und Ähnliches sehr wohl.“

Potenzielle Anwärter sprangen kurzfristig ab

Die Premiere des Sommermusicals „Blutsbrüder“ stand vor der Türe, deshalb meint Müller weiter: „Für die Gemeinde ist ein lebender Betrieb mehr wert als ein geschlossener.“

Vizebürgermeister Gerhard Feichter, ÖVP, ergänzt: „Es war eine Notlösung, die Konditionen dazu kenne ich nicht.“

Robert Krickl, SPÖ, einer der beiden Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft, einer 100-prozentigen Tochter der Gemeinde, hält in diesem Zusammenhang fest: „Die Sache ist relativ einfach. Seit Oktober letzten Jahres sind wir auf der Suche nach einen Nachmieter. Mit den potenziellen Anwärtern war keine Einigung möglich. Daher mussten wir kurzfristig handeln und haben mit Matthias Müller einen dreimonatigen Vertrag vereinbart, bis eine offizielle Ausschreibung erfolgt und damit eine endgültige Lösung erzielt ist. Herr Müller zahlt für diese drei Monate keine Miete, auch eine Gesamtablöse wäre ohne Endlösung zu hoch.“

Krickl zu den Vorgaben an einen möglichen Dauermieter: „Möglichst durchgängige Aufsperrzeiten, die Kapazität für ein Catering bis zu 400 Personen und eine Urlaubssperre von nur drei Wochen ist uns als Gemeinde wichtig.“