Biedermannsdorf: WCs haben am Friedhof Vorrang

Im Rahmen des Voranschlages diskutierte Gemeinderat diverse Projekte mit viel Pro & Kontra.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:16
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Budget 2022 Symbolbild
Foto: shutterstock.com/Dmitry Demidovich

Finanzreferent Markus Mayer, ÖVP, ist trotz der schwierigen, pandemiebedingten Lage für die Gemeinden mit der finanziellen Entwicklung von Biedermannsdorf zufrieden. „Die Gemeinde wächst, aber nicht zu schnell, 2022 erreichen wir die Marke von 3.134 Einwohnern.“

Das bedeutet auch, dass sich die Abgabenertragsanteile positiv entwickeln, vom Wert 2016, der bei 2.061.826 Euro lag, auf 2.800.000 Euro.

„Die Gemeinde wächst, aber nicht zu schnell, 2022 erreichen wir die Marke von 3.134 Einwohnern.“
Finanzreferent Markus Mayer

Im Finanzierungshaushalt sind auf der Einnahmenseite 13 Millionen Euro vorgesehen. Investiert wird in die öffentliche Beleuchtung, und zwar 44.600 Euro. Davon machen 11.700 Euro Förderungen und Bedarfszuweisungen aus, 32.900 Euro an Rücklagen wurden dafür gebildet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der Jubiläumshalle inklusive Hort.

Für die Sanierung des Flachdachs sind 600.000 Euro in Form eines Darlehens vorgesehen. Auch hier rechnet die Gemeinde mit Förderungen in der Höhe von 180.000 Euro.

Rücklagen in der Höhe von 186.400 Euro werden aufgelöst und kommen der Sanierung zugute, von der operativen Gebarung werden 87.100 Euro zugeführt. Ein Darlehen in Höhe von 700.000 Euro wird auch für den bereits in Bau befindlichen neuen Kindergarten aufgenommen. 200.000 Euro in Darlehensform benötigt die Gemeinde für die Wasserversorgung, 380.000 Euro für den Grundstücksankauf bei der Wildenauer Kreuzung, „diese Gelegenheit konnten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen“, betonte Bürgermeisterin Beatrix Dalos, ÖVP. Auch die Friedhofssanierung, hier stehen die Toilettenanlagen und die Aufbahrungshalle im Mittelpunkt, wird vorangetrieben, 92.600 Euro sind dafür vorgesehen.

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Bürgermeisterin Beatrix Dalos.
Foto: NÖN

Opposition fehlt es bei Budget an Weitblick

FPÖ-Gemeinderat Christoph Luisser bemängelte, „dass in Biedermannsdorf alle großen Projekte viel teurer ausfallen als geplant. Weist man die Gemeinderegierung davon hin, dann wird das mit einem Schulterzucken abgetan. Biedermannsdorf kann einfach nicht wirtschaften“.

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FPÖ-Gemeinderat Christoph Luisser.
Foto: NOEN

Die Grünen mit Gemeindevorständin Kerstin Haas-Maierhofer vermissen „Konzepte zur E-Mobilität im Ort. Es sind keine weiteren Elektrotankstellen und keine Erweiterung des E-Carsharings im Budget vorgesehen. Das ist für mich nicht vorausschauend“.

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Grüne-nGemeindevorständin Kerstin Haas-Maierhofer.
Foto: Foto privat

Gemeinderätin Anne-Marie Kern, Grüne, bedauerte, „dass das Thema Eltern-Kind-Zentrum für die ÖVP leider keines ist“. Denn zwar dürften die Eltern die Räume im Pfarrsaal für Treffen benutzen, das sei aber etwas anderes, als eigene, fixe Räume zur Verfügung zu haben. Und an diese erinnert Kern bei fast jeder Gemeinderatssitzung.

Mit den Öko-Klos wird’s nichts

Ungelöst sei auch die Frage, „warum es nicht möglich ist, ein Kompost-WC, also ein öKLO an den Spielplätzen aufzustellen“, ergänzte Haas-Maierhofer. Das traf auf Widerstand von Bürgermeisterin Dalos: „Ein öKLO ist mir zu unhygienisch. Ich glaube nicht, dass das wirklich funktioniert.“ Und zu Kern meinte Dalos: „Erst wird die Friedhofsanierung abgeschlossen, dann kann an andere Projekte wie ein Eltern-Kind-Zentrum gedacht werden.“

FPÖ und Grüne stimmten geschlossen gegen den Voranschlag, SPÖ und ÖVP dafür.