Brunner machte Eishockey-Stimmung vor leeren Rängen. Semifinale in der ICE Hockey League (ICL). Spiel sechs in der Best-of-7-Serie zwischen den Vienna Capitals und den Foxes aus Bozen. 7.022 Zuseher sorgen in der Erste Bank Arena für Top-Stimmung. Und mittendrin Gerald „Geri“ Berger aus Brunn am Gebirge, der Caps-Hallensprecher.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 09. April 2021 (17:33)
"Bitte nie wieder", Hallensprecher Geri Berger in der leeren Erste Bank-Arena.
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Heuer nicht, in dieser Saison war alles anders. Am 18. Oktober war die Halle zum letzten Mal „ausverkauft“: 1.500 Fans, alle mit Mund-Nasen-Schutz, kaum Stimmung. Wenige Tage später folgte der Liga-Stopp wegen Corona-Fällen bei fast allen Vereinen. Erst am 15. November ging’s für die Caps wieder mit einem Heimspiel los. Allerdings komplett ohne Zuschauer.

Ein Umstand, der sich bis zum Saisonschluss nicht ändern sollte. „Eine Katastrophe“, schüttelt Berger den Kopf: „Jeder Sport lebt auch von den Emotionen der Fans, Eishockey ganz besonders.“ Er, der jedes Heimspiel dennoch das Mikro in der Hand hatte, ist sich „am Anfang richtig blöd vorgekommen. Schrei ich eigentlich nur für mich?“, habe er sich gedacht.

Geri Berger beim Interview mit Caps-Goalie Bernhard Starkbaum.
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Bezeichnend die Situation beim 1:0 der Caps im sechsten Semifinal-Spiel am Mittwoch. Der Puck findet irgendwie den Weg ins Netz, die Spieler registrieren das vorerst nicht. Berger sehr wohl. Er will schon den obligaten „Tor für die Caps!“-Schrei loslassen, da wird er unsicher: kein Spieler regt sich. Normalerweise wären die Fans hinterm Tor auf der Westtribüne schon ausgerastet.

Dass Berger trotz der leeren Ränge Spiel für Spiel als Hallensprecher aktiv geblieben ist, habe einen Grund gehabt: „Die Spieler haben sich über dieses Bisschen Normalität gefreut. Dieses, ihr Feedback, war mir sehr wichtig.“ Also habe er das „Auf geht’s, Caps!“ für die Cracks ins Mikrofon gebrüllt und – beim Aufwärmen – Musikwünsche der Spieler erfüllt. Dass die Matches von November bis zum Spiel 6 gegen Bozen publikumslos blieben, „habe ich dann irgendwann einmal ausgeblendet“.

Die starke Saison der jungen Capitals-Truppe mache jedenfalls Lust auf die Saison 2021/2022, von der sich Berger nur eines wünscht: „Bitte nie mehr ohne Zuschauer.“