Mödlinger Krisenstab hat schon 135 Mitarbeiter. Am 20. Februar 2020 gab’s den ersten „heimischen“ Verdachtsfall. Seitdem ist die Behörde besonders gefordert.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 25. Februar 2021 (03:55)
Bezirkshauptmann Philipp Enzinger: "Situation ist ernst, aber beherrschbar."
Willy Kraus

Seit einem Jahr hat das Corona-Virus die Welt fest im Griff. Und damit auch die Behörden, wie Bezirkshauptmann Philipp Enzinger im NÖN-Gespräch berichtet. „Der erste Kontakt wegen Corona, über das wir damals noch nicht viel wussten, datiert vom 30. Jänner 2020. Da wurde uns eine chinesische Reisegruppe aus Wuhan avisiert, die aus Ungarn Richtung Mödling unterwegs war. Wir haben sie gleich an der Grenze abgefangen und getestet. Ich habe sie eine Nacht lang in einem Hotel in Quarantäne gesetzt, dann haben wir die begleitete Weiterreise zum Flughafen Mailand organisiert.“ Dann folgten die Testergebnisse: alle waren negativ.

Den nächsten Alarm gab’s am 20. Februar: Verdachtsfall bei einer Flughafenmitarbeiterin, die chinesische Reisegruppen abfertigte. „Auch sie war negativ.“ Dann ging’s aber Schlag auf Schlag: Am 25. Februar wurden österreichweit die ersten beiden Virusinfektionen in Innsbruck bestätigt, am 10. März der erste positive Fall im Bezirk Mödling, am 14. März zählte man bereits deren acht, woraufhin „wir sofort reagiert und an diesem Samstag die ersten Mitarbeiter einberufen haben, um den Krisenstab einzurichten“, erinnert sich Enzinger. Am 16. März folgte der bundesweite „Lockdown 1“.

12 Mitarbeiter gehörten dem „Corona-Team“ der Bezirkshauptmannschaft Mödling vor einem Jahr an, „heute haben wir einen Pool mit 135 Personen, in den nächsten Tagen kommen vier weitere dazu“.

Alles in allem zwei Teams, die getrennt agieren, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Ausnahme: „Während der zweiten Welle im Herbst haben drei Wochen lang alle – aber räumlich getrennt – gearbeitet, um alles abarbeiten zu können. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt zum Teil rund 100 positiv Getestete pro Tag.“

Die vielen externen Kräfte (Soldaten, Studenten, ...) kümmern sich ums Contact Tracing, der Spurensuche nach Kontaktpersonen eines positiv Getesteten. Mit den diesbezüglichen Telefonaten haben „sechs Mitarbeiter begonnen, jetzt sind es 65“, macht Enzinger deutlich. Binnen 24 Stunden sind die jeweiligen Fälle abgeschlossen und die Absonderungsbescheide ausgestellt. Und der Bezirkshauptmann setzt weiterhin aufs Contact Tracing, das für ihn ein „sehr wichtiges Instrument zur Eindämmung der Pandemie ist. Es ist beispielsweise gelungen, die Anzahl der Positiven bereits im Dezember auf durchschnittlich 15 Personen pro Tag zu drücken“.

Dass aktuell die kostenlosen Teststationen im Bezirk sehr gut angenommen und dadurch entsprechend viele symptomlose Personen aufgespürt werden, sei ein weiterer Erfolg im Kampf gegen das Virus, ist Enzinger zufrieden. Auch wenn er sich ein baldiges Ende der Pandemie erhofft, verspricht der Behördenleiter: „Wir sind in der Bezirkshauptmannschaft noch lange sehr gut aufgestellt. Die Motivation meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist noch immer sehr hoch, das ist etwas ganz Besonderes. Darauf bin ich stolz.“

Die aktuellen Corona-Zahlen

Stand Montagnachmittag gibt es aktuell im Bezirk Mödling 186 „Corona-Positive“ (+47 gegenüber Montag der Vorwoche), die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Mödling haben seit Beginn der Aufzeichnungen im Vorjahr knapp 21.800 Absonderungsbescheide erlassen, aktuell sind 476 Absonderungen (+144) aufrecht. Insgesamt wurden 57.400 Tests durchgeführt. Bislang sind im Bezirk 90 Personen (+/-0) an Corona-Folgen gestorben.