Freude auf die Schule ist im Bezirk Mödling groß. Schüler jeder Altersgruppe verbringen den Schultag seit Wochen zu Hause. Man sehnt den 8. Februar herbei.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:24)
Aufs Distance Learningwürden alle Beteiligten – Schüler, Eltern und auch Lehrer – lieber heute als morgen verzichten. Fabio Princ
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„Der Schulalltag hat sich sehr verändert“, betont Isabella Engelmeier-Wilfling, Direktorin der Vienna Business School (VBS) Mödling. Auch die Schwerpunkte und Lehrinhalte haben sich „etwas verschoben. Von den Schülern wird viel Zeitmanagement, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen abverlangt. Sie haben aber schon viel aus der ersten Lockdown-Zeit im März 2020 gelernt“. An der VBS Mödling werde nach Stundenplan online unterrichtet, spezifische Kleingruppen werden anlassbezogen unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen zum Präsenzunterricht hereingeholt. „Somit können auftretende Schwachpunkte aufgefangen werden. Leistungsfeststellungen wie Schularbeiten wurden am Nachmittag in Kleingruppen gut organisiert, somit steht dem Semesterzeugnis nichts im Wege“, ist Engelmeier-Wilfing zufrieden.

„Da wir eine Laptopschule sind, gibt es fast keine technischen Probleme beim Unterricht. Wir stehen mit den Schülern und Eltern per E-Mail laufend in Kontakt.“

Isabelle Engelmeier-Wilfling, Vienna Business School.
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Eines ist für Engelmeier-Wilfling klar: „Ich als Schulleiterin zwangsmäßig gelernt, sehr kurzfristig Entscheidungen zu treffen und diese schnell an mein sehr engagiertes Team und die Schüler elektronisch weiterzugeben. Flexibilität ist zum Schlagwort dieser Zeit geworden.“

Hannes Sauerzopf, HTL Mödling.
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‚Für Hannes Sauerzopf, Direktor der HTL Mödling, ist die neuerliche Verschiebung der Schulöffnung auf 8. Februar organisatorisch kein Problem: Distance Learning und Schulpräsenz im fachpraktischen Unterricht werden auf Basis des Stundenplanes fortgesetzt, vorrangig gelte die Unterstützung den Schülerinnen und Schülern der dreieinhalbjährigen Fachschule, deren Klausur nach den Semesterferien beginne. „Natürlich freuen wir uns alle, auch im Unterricht wieder Normalität zu haben“, betonte Sauerzopf. Von den über 3.000 Schülern habe man seit November einen nicht erreicht. „Der wollte sich, wie wir festgestellt haben, ohnehin abmelden.“

Videokonferenz ist kein Ausgleich

Margot Baier, Direktorin der beiden Volksschulen in Brunn am Gebirge, lässt nicht unerwähnt: „In der Volksschule baut das Lernen auf der Beziehungsebene zwischen Lehrer und Schüler auf. Wenn man bedenkt, dass die Erstklässler mittlerweile den zweiten Lockdown mitmachen, weiß man, dass das für diese Kinder eine besondere Herausforderung ist, weil die direkte Bezugsperson zum Lernen im herkömmlichen Sinn völlig fehlt. Das kann eine Videokonferenz, die es regelmäßig gibt, nicht ausgleichen.“

Dagmar Starnberger-Weninger, Harald Lowatschek-Sportvolksschule.
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Dagmar Starnberger-Weninger, Leiterin der Harald Lowatschek-Sportvolksschule Mödling „erreicht alle Schülerinnen und Schüler, auch die Kommunikation Eltern – Lehrer funktioniert recht gut. Diese Zeit ist eine große Herausforderung für alle, Schüler, Lehrer, Eltern. Unsere Lehrerinnen bieten Videounterricht an, Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern ist somit auch gegeben.“ Die geplanten Selbsttests findet Starnberger-Weninger „gut, ich hoffe, dass dieses Angebot angenommen wird“. Ebenso hofft sie, dass nach den Semesterferien tatsächlich der Präsenzunterricht startet: „Die Kinder brauchen dringend die sozialen Kontakte und das gemeinsame Lernen in der Schule.“

„Gibt kein Kind, das wir nicht erreichen“

Brigitte Luksch-Hoffelner, Direktorin der Europa Sport Mittelschule Mödling, berichtet von „wunderbar funktionierendem Distance Learning. Die Lehrer achten sehr genau darauf geachtet, ob die Kinder ihre Arbeitsaufträge auch wirklich abgegeben haben.“ Wenn nicht, „haken sie bei den Eltern nach. Wenn Kinder Schwierigkeiten bei einem Thema bzw. einem bestimmten Arbeitsauftrag haben, können sie dafür in die Schule kommen und das Problem mit einem Lehrer gemeinsam lösen. Es gibt also kein Kind, das wir nicht erreichen“, berichtet Luksch-Hoffelner.

Dass alle Schüler auch Zugang zu einem Laptop bzw. Computer haben, wurde bereits im Oktober organisiert. Und wenn es nur einen Laptop pro Familie gibt, können die Kinder den geforderten Arbeitsauftrag auch etwas später abgeben, berichtet die Schulleiterin.

Alles in allem stuft Luksch-Hoffelner die Situation als „sehr schwer“ ein. „Es ist einfach etwas anderes, wenn man in der Klasse sitzt und den Stoff erklärt bekommt. Ich denke, dass die Leistung der Kinder langfristig darunter leiden wird.“

Die Testkits für die geplanten Schülertestungen sind bereits in der Schule angekommen. „Ich finde es eine gute Sache, jedoch macht alles nur Sinn, wenn auch wirklich alle Kinder teilnehmen.“

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