Bezirk Mödling: Kein Skibetrieb just im Jubiläumsjahr

Lift auf der „Brenneralm“ in Breitenfurt steht Corona-bedingt erneut still.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:49
Lesezeit: 2 Min
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An Wintertagen wird das Skigebiet „Brenneralm“ regelrecht gestürmt. Aktuell ist der Betrieb Pandemie-bedingt eingestellt.
Foto: Rudolf Wyhlidal

Der Wienerwald ist vor allem für seine Spazierwege bekannt – dass er auch eine weitläufige, präparierte Abfahrtspiste zu bieten hat, dürfte selbst den einen oder anderen Einheimischen überraschen.

Die 465 Meter lange Doppelschleppliftanlage auf der Brenneralm in Breitenfurt transportierte bereits viele skibegeisterte Generationen verlässlich von 385 auf 475 Meter Seehöhe. Das steirische Liftmodell „Stemag U 60“ gilt als Rarität, zudem sorgt seit 2006 eine Pistenraupe für beste Fahrverhältnisse.

„Die Corona-Auflagen sind für uns nicht umzusetzen, wir müssten zu viel herrichten und wollen auch unsere älteren Mitglieder nicht gefährden.“ Rudolf Wyhlida

Eigentlich sollte der Skilift Breitenfurt in diesem Monat ein besonderes Jubiläum feiern – hatte er doch am 29. Jänner 1972, vor genau einem halben Jahrhundert, seinen ersten Betriebstag. Corona hat dem goldenen Jubiläum allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht, berichtet Rudolf Wyhlidal, der den Schlepplift gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder eröffnet hat. „Die Corona-Auflagen sind für uns nicht umzusetzen, wir müssten zu viel herrichten und wollen auch unsere älteren Mitglieder nicht gefährden.“

Aus diesem Grund habe man sich innerhalb des 1993 gegründeten Vereins „Skilift Breitenfurt“ schweren Herzens darauf geeinigt, „auch im zweiten Pandemiejahr nicht aufzusperren. Wir hoffen aber alle darauf, dass es nächstes Jahr wieder möglich sein wird“.

Denn bei der Bevölkerung wird das einzigartige Angebot nach wie vor in besonderem Maße geschätzt – an einem guten Tag werden bis zu 4.000 Karten verkauft, in der Stunde flitzen bis zu 720 Skifahrerinnen und Skifahrer die Piste hinunter. „Jedes Mal, wenn wir öffnen, haben wir einen Besucherandrang, den kann man sich kaum vorstellen“, erzählt Wyhlidal. „Die Leute warten oft bis zu eine halbe Stunde lang, bis sie fahren können. Manchmal muss sogar der Parkplatz gesperrt werden, weil die Autos bis zur Hauptstraße stehen.“

Auch Schneelage wird immer prekärer

Ob der Lift im nächsten Jahr geöffnet werden kann, hängt freilich auch von der Wetterlage ab. „Es liegt immer weniger Schnee, und er bleibt auch immer kürzer liegen“, so die Beobachtungen Wyhlidals. „Voriges Jahr war es an der Grenze, wäre aber gegangen.“ Zuletzt ist der Lift im Jänner 2019 in Betrieb genommen worden – die verschneite Piste habe damals gut eine Woche lang gehalten.