Perchtoldsdorf: Bürgerlisten-Antrag blitzt ab. Gabriele Wladyka fordert Aufhebung der Covid-19-Maßnahmen und blickt sogar nach Weißrussland.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 28. Mai 2020 (05:34)
Symbolbild
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Bürgerliste-Spitzenkandidatin Gabriele Wladyka ist dafür bekannt, jede bauliche Veränderung und jeden Neubauplan unter die Lupe zu nehmen. Jetzt zeigt sie sich auch als erbitterte Gegnerin der Corona-Beschränkungen inklusive eventueller Impfpflicht und kommentierte eine Zeitungs-schlagzeile über Weißrusslands Präsident – „Lukaschenko hält Quarantäne für schlimmer als das Virus“ – mit „Die haben dort mehr Freiheit als wir.“

Dem nicht genug, brachte Wladkya einen Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat ein, wonach die Bundesregierung unter anderem aufgefordert werden soll, Covid-19-Maßnahmen wie Versammlungsverbot, Abstandsregeln, Maskenpflicht, Betriebsschließungen „sofort zurückzunehmen“.

All das im Hinblick darauf, dass „unsere Spitäler über ausreichende Kapazitäten verfügen und zahlreiche Virologen und Experten die derzeitigen Maßnahmen für nicht sinnvoll erachten“.

Gemeinderätin Sonja Reiselhuber-Schmölzer von den Grünen konterte: „Die Maßnahmen waren kein Hirngespinst. Ich halte es befremdlich, dass sie mit diesem Thema Populismus betreiben wollen.“ Auch für Erik-Karl Tupy, ÖVP, wird es keine Resolution, „gegen Maßnahmen, die sinnvoll sind“, geben.

Für Marléne Berthold, ÖVP, die beruflich in vielen Spitälern Europas zu tun hat, ist Wladykas Ansinnen „völlig hirnrissig. Ich lebe in keinem Land lieber als in Österreich“.

SPÖ-Gemeinderätin Susanne Giffinger zeigte sich skeptisch, „alle Schutzmaßnahmen aufzuheben“, und hat daher „ein großes Problem mit dem Antrag“, für Christian Apl von den Grünen ist klar, dass „wir Österreich nicht von Perchtoldsdorf aus steuern können. Die Diskussion muss im Nationalrat geführt werden“.

Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, weiß, dass man über das Thema „trefflich streiten kann“. Fakt sei, dass die Regierung „das Beste gemacht hat und jetzt alles mit Bedacht, Vorsicht und ohne zweite Welle in Richtung Normalität gesteuert werden soll“. Nur die beiden FPÖ-Mandatare unterstützten Wladykas Antrag.