Erstellt am 19. Oktober 2011, 00:00

Der Sohn wehrt sich. KLARSTELLUNG / Die SPÖ vermutet den Journalisten Franz Gschmeidler im rechten Eck; Sohn Harald entkräftet Vorwürfe.

Die SPÖ Mödling brachte den Antrag ein, die Franz Gscheidler-Promenade umbenennen zu lassen. Sohn Harald Gschmeidler weist alle Vorwürfe zurück. DWORAK  |  NOEN
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MÖDLING / Die SPÖ Mödling brachte den Antrag ein, die Franz S. Gschmeidler-Promenade umbenennen zu wollen, zumal der Herausgeber und Chefredakteur (1879 bis 1972) der „Mödlinger Nachrichten“ laut Recherchen „stets gehorsam in treudeutscher Gefolgschaft“ berichtet haben soll.

Harald Gschmeidler, Sohn des „Rufgemordeten“, hat sich in einem Schreiben an die NÖN-Redaktion gewendet. „Es kann nur ein völlig unwissender verbohrter Mensch der Meinung sein, dass damals irgendeine Zeitung sich eine regimekritische Schreibweise hätte leisten können“, erklärt er.

Vielmehr musste der gesamte Inhalt jeder Ausgabe vor der Druckfreigabe dem Gaupresseamt in Wien vorgelegt werden. Dass sein Vater, wie im SPÖ-Antrag gemutmaßt, für „menschenverachtende Ideologie, rassistische Hetze, Hass, Gewalt und Rechtsextremismus“ stünde, weise Harald Gschmeidler „entschieden zurück“.

Er macht vielmehr deutlich, dass Franz Gschmeidler zudem 1969 mit dem Ehrenring der Stadtgemeinde ausgezeichnet worden war und zitiert seinerseits aus dem Mödlinger Stadtanzeiger:

„Alles, was in der Stadt Rang und Namen hatte, war zur Festsitzung ins Rathaus gekommen, um jenen Mann zu ehren, der nicht nur Begründer und jahrzehntelanger Leiter der geschätzten Mödlinger Nachrichten war, nein, viel mehr: lebende Chronik der Stadt, der einfach über alles Bescheid wusste, Lyriker, Dichter, Förderer heimatlicher Bestrebungen und ortsansässiger Talente und nicht zuletzt ein Mensch, der durch seine Herzenswärme vielen Menschen Gutes und Freude bereitete.“

Ehrenring, Ehrenzeichen  und Stephanus-Orden

Franz Gschmeidler ist überdies Träger des Goldenen Ehrenzeichens des Landes NÖ sowie des Stephanus-Ordens der Erzdiözese Wien: „Leider gibt es immer weniger Zeitzeugen, die den anderen dann vieles erklären müssen“, bedauert Harald Gschmeidler.