Hinterbrühler spielt Kanzler Kurz in ARD-Produktion. Ein Hinterbrühler verköpert in der ARD-Produktion „Die Getriebenen“ den Kanzler. Zu sehen am Mittwoch, 15. April.

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 11. April 2020 (05:36)
Orlando Süss, Schauspieler aus Hinterbrühl.
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Sommer 2015, die Flüchtlingskrise erreicht ihren Höhepunkt. Sebastian Kurz hat das Handy am Ohr. „Wie reagieren wir, Werner?“, fragt er Bundeskanzler Faymann. Dieser Sebastian Kurz ist 28 Jahre alt, Niederösterreicher – und heißt im richtigen Leben Orlando Süss. Der Jungschauspieler aus Hinterbrühl verkörpert Österreichs damaligen Außenminister im Film „Die Getriebenen“, der am 15. April auf ARD läuft.

„Es war mir wichtig, Kurz nicht als Freund oder Feind zu sehen, sondern ihn einfach besser zu verstehen, als Mensch“, sagt Süss über die Vorbereitung für seine bisher größte Rolle.

Der ARD-produzierte Film zeichnet die Entscheidungen der mitteleuropäischen Regierungen im Flüchtlingssommer 2015 nach, Süss ist meiste Zeit an der Seite von Walter Sittler (Außenminister Frank-Walter Steinmeier) zu sehen.

Nach der Matura im Gymnasium Keimgasse in Mödling studierte Süss Journalismus und Medienmanagement in Wien. „Währenddessen hatte ich kleine Rollen in großen Projekten und große Rollen in kleinen Projekten. Nach dem Studium habe ich mich für das Schauspiel entschieden, weil es meine Leidenschaft war und bleibt“, betont er. Es folgten Workshops in Wien und der Abschied in die USA: Los Angeles, Schauspielausbildung, tägliche Läufe in den Hügeln von Hollywood. „Dort habe ich begonnen, diese tiefe Verbindung zu dem Beruf zu spüren“, erzählt Süss.

Nach der Rückkehr nach Wien unterschrieb der Darsteller bei einer Agentur, die Rolle in „Die Getriebenen“ ließ nicht lange auf sich warten. „Ich hatte immer schon intensive Rollen am liebsten“, sagt Süss.

Eines seiner Vorbilder ist Nicholas Ofczarek: „Weil er seine Rollen mit Leib und Seele spielt.“ Die Dreharbeiten für den ARD-Film fanden größtenteils in Berlin statt, Regie führte der dreifache Grimme-Preisträger Stephan Wagner. „Ein Traumregisseur. Gleichzeitig ruhig, organisiert und kreativ.“