Mödling: 5.300 Corona-Fälle abgearbeitet. Bezirkshauptmann Philipp Enzinger zieht Bilanz. Zahlen zunehmend rückläufig.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 25. Juni 2020 (05:34)
Sicher ist sicher: Bezirkshauptmann Philipp Enzingers Schreibtisch wurde mit einer Plexiglaswand ausgestattet.
Dworak

Am Wochenende (14. und 15. März), kurz vor dem Lockdown am Montag, 16. März, haben sich die Ereignisse überschlagen, erinnert sich Bezirkshauptmann Philipp Enzinger im NÖN-Gespräch.

Aufgrund des rasanten Corona-Anstiegs sah sich das zuständige Fachgebiet „Gesundheitswesen“ nicht mehr in der Lage, die Fälle rasch und effizient abzuarbeiten, also den Akt anzulegen, Erhebungen durchzuführen, Absonderungsbescheide zu erlassen. „Wir haben am Samstagnachmittag Mitarbeiter zur Unterstützung in die Dienststelle beordert.“

In aller Kürze wurden ein Krisenstab eingerichtet, Aufgaben und Prozessabläufe definiert sowie ein Organisationsplan entwickelt.

Seit diesem Zeitpunkt an versehen zwei Teams im täglichen Wechsel Dienst, die Mitarbeiter kommen nicht in Kontakt, um das Risiko möglicher Ansteckung zu minimieren. „Zu den Corona-Spitzenzeiten waren etwa 50 Mitarbeiter mit der Stabsarbeit betraut, darunter auch externe Mediziner als „Epidemie-Ärzte“, betont Enzinger.

Alle Meldungen über mögliche Verdachtsfälle – von „Notruf 144“, der Corona-Informations-Nummer 1450, vom Landes-Sanitätsstab, vom Landesklinikum Mödling und anderen Behörden – gehen und gingen in der Bezirkshauptmannschaft ein, alle Betroffenen werden sodann kontaktiert und befragt, ehe die Amtsärzte die weitere Vorgangsweise festlegen.

Im Corona-Verdachtsfall rückt die Rettung aus und nimmt eine Probe ab. Ist das Ergebnis positiv, muss die erkrankte Person bekannt geben, mit wem sie in den vergangenen 48 Stunden Kontakt hatte. „Auch diese Personen werden „von uns angerufen und aufgefordert, sich in Heimquarantäne zu begeben“, berichtet der Bezirkshauptmann. Ein entsprechender Bescheid folgt umgehend. Nur durch diesen intensiven Einsatz ließen sich „Infektions-Cluster rasch aufdecken und die weitere Ausbreitung verhindern“, machte Enzinger deutlich.

Parteienverkehr nur mit Termin

Aktuell sei Entspannung in Sicht: „Die Anzahl der Neuinfektionen ist deutlich zurückgegangen“, auch die Prozessabläufe seien optimiert worden, womit nur noch etwa zehn Personen mit der Stabsarbeit befasst sind: „Und immer noch sind alle extrem motiviert“, lobt der Bezirkshauptmann die Teams.

Der Parteienverkehr in der Bezirkshauptmannschaft Mödling ist immer noch eingeschränkt und nur, wenn „wirklich notwendig, möglich. Etwa, wenn es sich um komplexe Fragestellungen im Bereich Kinder- und Jugendhilfe oder dem Beantragen eines neuen Reisepasses – da ist ein Fingerabdruck notwendig – handelt“, hat Enzinger Beispiele parat. Dann bedarf es allerdings einer Anmeldung, sie ist auch online möglich.

Ein Prozedere, das „sehr gut ankommt, auch bei unseren Mitarbeitern. Ich gehe davon aus, dass dieses System bleiben wird“. Alle anderen Anliegen werden per Mail oder telefonisch erledigt.