Mödling: Pop-up-Bücher laden zum Entdecken ein. Aufklappbare Bücher laden zum Entdecken ein.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 04. März 2021 (03:45)
Pop-up-Bücher funktionieren auch durch eine abstrakte Gestaltung.
Museum Mödling

Pop-up-Bücher – die Übersetzung von „pop up“ wäre „hochschießen, schnell hinaufbringen“ – präsentieren beim Aufklappen der Seiten kompliziert gefaltete dreidimensionale Bildgeschichten bzw. erzeugen durch das Aufklappen bewegte und gestaffelte Illustrationen. Die Bandbreite der behandelten Themen ist breit, sie reicht vom Märchen, über das Sonnensystem, die Wunder der Natur, Medizin oder Architektur bis zur Weltliteratur.

„Es gibt kein Thema, das nicht mithilfe der Pop-up-Bücher umgesetzt wurde“, erklärt Museumsmitarbeiter Christian Matzner. Erste Effekt-Klapp-Zieh-Bücher entstanden vor rund 170 Jahren in Deutschland und waren Vorbilder für die weitere Entwicklung in Europa und Amerika. Nur in Österreich etablierte sich diese Tradition, Geschichten dreidimensional in Buchform zu erzählen, nicht. Hochburgen für die Kunst des Paper Engineering sind heute die USA und der englischsprachige Raum.

Christian Matzner vom Museum Mödling präsentiert das Riesenbuch, das aufgeklappt den Riesen ergibt, der neben dem Museumsmitarbeiter zu sehen ist.
JJ

„Für Pop-up-Bücher braucht man heute einen Künstler, der das Paper Engineering beherrscht, einen Illustrator bzw. Maler und einen Fachkundigen, der die Texte zum jeweiligen Thema beisteuert“, erklärt Matzner. So haben etwa die NASA und das British Museum aufklappbare Bücher in Auftrag gegeben, mit bemerkenswerten Resultaten, die in der Ausstellung zu sehen sind. Moderne Pop-up-Bücher sind oft sehr abstrakt gestaltet, ihr Inhalt wurde am Computer erarbeitet, die aufklappbaren Bilder erschließen sich dem Betrachter manchmal erst, wenn er eine bestimmte Position einnimmt. Die Bücher im Museum stammen aus dem Pivatbesitz einer Sammlerin aus Maria Enzersdorf. Ausgewählt wurden jene Werke, die einen Überblick über Fantasie, Können und Wissen des Paper Engineering geben, die im Design und der Produktion dieser „analogen“ Bücher, Billetts und Schauobjekte stecken.

Die Ausstellung ist bis zum 31. August 2021 während der Öffnungszeiten im Museum Mödling zu besuchen.