Erstellt am 28. April 2015, 12:17

von Christoph Dworak

Eisenbahn-Waggon zu verschenken. Die originellen Einhausungen für den Kebabstand und die Jugendberatung sind ab sofort zu haben.

Der rot-weiße Waggon, in dem bis Ende April noch der Kebabstand untergebracht ist, ist ab sofort zu haben, der orangefarbene, Heimstätte der Jugendberatungsstelle „WAGGON“, ab etwa Mitte Mai.  |  NOEN, Dworak

Es wird ernst. Die Jugendberatungsstelle „WAGGON“ übersiedelt in den nächsten Tagen vom orangefarbenen Eisenbahnwaggon am Bahnhofplatz in das ehemalige Postamt. Damit beginnt für Herbert Kratky, eine Frist zu laufen. Er hat in der Ära von Bürgermeister Harald Lowatschek, ÖVP, den Waggon als Hauptmieter erstanden und vermietet: an eine Elektronikfirma, an einen Blumenhändler und schlussendlich an die Jugendberatungsstelle.

Im Zuge der geplanten Erneuerung des Bahnhofplatzes war die Stadtgemeinde sehr daran interessiert, beide Waggons (neben dem WAGGON gibt’s auch noch einen rot-weißen Kebabstand) loszuwerden.

Nach langwierigen Verhandlungen einigte sich die Gemeinde mit Kratky auf eine Mietrechtsablöse –  verbunden mit der Verpflichtung, beide Unterstände binnen sechs Monaten nach der Übersiedlung der Jugendberatung zu entfernen. Was den Kebabstand betrifft, ist zwar die ÖBB Verpächterin, Kratky habe „die Entsorgung trotzdem geerbt“.

Transportkosten sind zu zahlen

Bevor sich der (Noch-)Hauptmieter Gedanken über „seinen“ eigentlichen Waggon, dem der Jugendberatung, macht – „dafür hab ich ein halbes Jahr Zeit“ – will er Kebabstand-Betreiber Mustafa Karagöz helfen. Der übersiedelt diese Woche ins Bahnhofsgebäude und wäre froh, „wenn der Waggon vor meinem Lokal möglichst rasch weg ist“.

Deshalb geht Kratky nun sogar so weit, dass der rot-weiße Waggon „kostenlos zu haben ist. Wer auch immer ihn will, er müsste nur die Transportkosten zahlen“. Die schätzt Kratky auf etwa 2.500 Euro. Beide Waggons seien asbestfrei, haben Klimaanlage, Gasheizung und ordnungsgemäße Elektroinstallationen. „Vielleicht interessiert sich ja ein Fußball- oder Tennisverein dafür“, meint Kratky.

Bahnhofplatz-Projekt wird neu aufgerollt 

In einem ersten Schritt ist nach der Entfernung der Wagen daran gedacht, mehr Platz für die Fahrgäste am Vorplatz des Bahnhofes zu schaffen: „Konkrete Pläne, wie der Bahnhofplatz aussehen könnte, gibt es noch nicht“, merkte Stadtchef Hans Stefan Hintner, ÖVP, im NÖN-Gespräch an. Nach dem Aus für das schon fix-fertige Umbauprojekt im Vorjahr wurde die Planung zurück an den Start geholt und soll im Rahmen der Dorf- und Stadterneuerung mit entsprechend intensiver Bürgerbeteiligung nochmals aufgerollt werden.

Bei Interesse an einem Waggon:
Herbert Kratky, 0664/3086158