Perchtoldsdorfer Verein „verteilt“ Energie

Perchtoldsdorf setzt auf sauberen Strom für die Allgemeinheit.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:28
Lesezeit: 2 Min
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Carmen Hickl-Szabo, Bürgermeisterin Andrea Kö, Christof Federle, Christian Apl, Larissa Drescher, Peter Püspök und Martin Fürndraht.
Foto: Marktgemeinde

Strom sauber und nachhaltig im Ort produzieren und vor Ort verbrauchen – das ist das Ziel einer Energiegemeinschaft. Derartige Initiativen werden derzeit in vielen Gemeinden aufgegriffen und münden in der Gründung von Vereinen. So wie in Perchtoldsdorf. Ein Beispiel: Ein Haushalt, ein Betrieb oder eine Gemeinde errichten eine Photovoltaik-Anlage und nutzen einen Teil des Stroms selbst, der Überschuss wird nicht einfach ins überregionale Netz eingespeist, sondern mit den Nachbarn geteilt.

ÖVP-Gemeinderat Martin Fürndraht wird als Obmann der „Energiegemeinschaft Perchtoldsdorf“ fungieren, Vizebürgermeister Christian Apl, Grüne, als Stellvertreter. Mit im Team ist auch der Perchtoldsdorfer Peter Püspök, ehemalige Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und langjähriger Präsident des „Dachverbandes Erneuerbare Energien Österreich“.

FPÖ-Gemeinderat Robert Lugar und NEOS-Mandatar Christoph Müller zeigten sich skeptisch. Vor allem, was die Rolle der Gemeinde innerhalb des Vereins anlangt: „Ob die Gemeinde Mitglied im Verein werden wird, entscheidet der Gemeinderat“, bekräftigte Fürndraht. Wovon auszugehen sei, zumal die Gemeinde der größte Energieproduzent sein werde, ergänzte er.

Vereinsgründung als Initialzündung

ÖVP-Finanzreferent Wolfgang Hussian hält die Vereins-Konstellation für „grundvernünftig. Wer wäre bereit gewesen, eine GmbH oder eine Genossenschaft zu gründen?“ Der Verein sei „die Initialzündung, dann wird man sehen, wohin die Reise geht. Die Rolle der Gemeinde wird sich durch die Beschlüsse im Gemeinderat definieren“.

SPÖ-Gemeinderat Vladimir Arthofer hatte nur eine Bitte: „Erfinden wir nicht das Rad neu, sondern tun wir uns mit den Nachbargemeinden zusammen.“ Apl erwiderte: „Es gibt eine eigene Koordinationsstelle im Ministerium. Dort erfinden wir alle gemeinsam das Rad.“ Bürgermeisterin Andrea Kö, ÖVP, steht voll hinter dem Verein, „der sich um ein sehr wichtiges Thema kümmert“. Sollte um Subventionen angesucht werden, werde man „so wie in allen anderen Fällen auch“ den Gemeinderat damit befassen.

Die konstituierende Sitzung des Vereins ist Ende Jänner, Anfang Februar vorgesehen.

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