Perchtoldsdorfer Hiata setzen heuer aus. Worüber die NÖN schon vor Wochen berichtet hat, ist nun fix: Der „Hiataeinzug“ in Perchtoldsdorf, Österreichs ältestes und berühmtestes Erntedankfest, das am 8. November gefeiert werden sollte, wird heuer wegen Corona abgesagt. Und Hiatavater Karl Wölflinger wird diese ehrwürdige Funktion aufgrund des Ausnahmejahrs auch 2021 ausüben dürfen.

Von Red. Mödling. Erstellt am 29. Oktober 2020 (19:27)
Gesundheit geht vor. Hiatavater Karl Wölflinger (l.) und Weinbauvereinsobmann Toni Nigl (r.) ersuchen gemeinsam mit den Kredenzmaderln Johanna Nigl und Stefanie Bock um Verständnis für die Hiataeinzug-Absage. Bild 2: Hiataeinzug und Jungweinpräsentation wurden heuer abgesagt. Weinbauvereinsobmann Toni Nigl (2.v.l.) und Hiatavater Karl Wölflinger (r.), hier mit den Kredenzmaderln Johanna Nigl und Stefanie Bock zu sehen, wollen nichts riskieren. Fotos: Perchtoldsdorfer Weinbauverein Rückfragen an: Weinbauvereinsobmann Perchtoldsdorf Toni Nigl Mail: toni@nigl.me Tel.: 0650/865 18 16 www.perchtoldsdorf.com
Claudia Reisinger

Viele Weinhauer sind normalerweise für das Gelingen des „Hiataeinzugs“, der erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde und traditionell am Sonntag nach Leonhardi gefeiert wird, verantwortlich. Doch in diesem besonderen Jahr wird die Großveranstaltung vor Tausenden Schaulustigen am Marktplatz nicht stattfinden.

„Wir wollen nichts riskieren“, betonte Perchtoldsdorfs Weinbauvereinsobmann Toni Nigl. Die Gesundheit gehe vor.

Heuer wird man das Erntedankfest unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und bereits vergebenen Platzkarten auf eine feierliche Messe reduzieren. „Wir hoffen seitens der Bevölkerung auf Verständnis“, bekräftigt Nigl.  

Auch der diesjährige Hiatavater Karl Wölflinger muss mit zahlreichen Einschränkungen leben. Die traditionellen persönlichen Begegnungen mit den Akteuren des „Hiataeinzugs“ wie Kredenzmaderln, Hiatabuam, Pritschnträger und Standartenträger wurden aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.

„Es ist ein hartes Jahr für den Hiatavater und trotzdem bin ich stolz, dass ich von den Hiatabuam gerade 2020 angesprochen wurde“, berichtet Karl Wöflinger. Das Amt des Hiatavaters kann der Auserwählte normalerweise nur einmal bekleiden, durch die Ausnahmesituation darf Karl Wölflinger die Würde ein weiteres Mal antreten.  

Auch die für den 17. November geplante Jungweinpräsentation in der Burg findet heuer nicht statt. Dafür setzen Perchtoldsdorfs Weinhauer mit ihren edlen Tropfen vermehrt auf persönliches Lieferservice und Online-Verkauf auf www.perchtoldsdorf.com, die örtliche Vinothek am Marktplatz hat von Montag bis Samstag von 10 bis 13 Uhr und von Dienstag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr geöffnet.