Vorbereitungsstunden: Die Gemeinschaft fehlt online. Die Online- Vorbereitungsstunden kommen bei den Kindern und Jugendlichen im Bezirk Mödling nicht gut an.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 05. Mai 2021 (03:55)
Symbolbild
Maleo, Shutterstock.com

Der 13-jährige Lukas Pracher hat dieses Jahr seine Konfirmation in der evangelischen Kirche Mödling. „Wir haben uns nur einmal richtig gesehen, sonst war alles online.“ Er hat sich seine Konfirmationsvorbereitung, wie viele andere auch, anders vorgestellt. „Wir sitzen ausschließlich vor dem Bildschirm. Am meisten fehlt mir das Gemeinsame mit meinen Freunden.“

Astrid Lang aus Mödling sieht das ähnlich. Sie wird in der Pfarre Herz-Jesu gefirmt. „Ich habe mich so auf meine Firmung gefreut. Die derzeitige Situation macht mich sehr traurig, weil ich mir das alles schon so schön ausgemalt habe“, erzählt die 14-Jährige. Dass es keine Online-Vorbereitungen in ihrer Pfarre gibt, versteht Astrid. „Online ist alles unpersönlich, die Firmung ist ein Fest der Gemeinschaft.“

„Diesmal liegt die Verantwortung stark bei den Eltern, ihre Kinder auf die Erstkommunion vorzubereiten.“ Ursula Reisinger, Perchtoldsdorf

Das Dilemma der Vorbereitungen kennt auch Firmbetreuer Lukas Mitterwenger-Fessl aus Perchtoldsdorf. „Ich mache das schon lange. Dieses Jahr ist aber alles anders. Es gibt nur Mini-Vorbereitungen und auch nur etwa 50 Firmlinge.“ Die Rückmeldungen waren aber zum Großteil positiv: „80 Prozent der Firmlinge nehmen die Firmvorbereitung an. Die andere möchten lieber nächstes Jahr gefirmt werden.“

Seine Kollegin Ursula Reisinger, Verantwortliche für die Erstkommunion in Perchtoldsdorf, steht derzeit mit den Eltern nur über E-Mail in Kontakt. „Es ist wirklich schwierig. Diesmal liegt die Verantwortung stark bei den Eltern, ihre Kinder auf die Erstkommunion vorzubereiten und ihnen die Dinge zu erklären.“ Besonders schade ist es auch für die Tischeltern. „Die typische Vorbereitung, welche die Kinder so lieben, fällt weg.“

Auch der traditionelle „Umgang“ entfällt

Eine davon ist Christine Buchholz. Ihre Tochter Emilia ist sieben Jahre alt und hat dieses Jahr ihre Erstkommunion. „Für die Kinder ist es schwierig, da die Gemeinschaft nicht gegeben ist. Außerdem fällt auch noch der für Perchtoldsdorf so typische Umgang bei der Erstkommunion weg“, bedauert Buchholz.

Monika Gappmayer, Mutter der 8-jährigen Sarah, ist bedrückt. „Es ist so schade. Sarah und die anderen Kinder verstehen auch nicht so ganz, was es mit der Erstkommunion auf sich hat.“

In der Hinterbrühl findet die Erstkommunion am kommenden Samstag statt. „Es sind diesmal 20 Kinder dabei. Sie hatten auch nur vier Vorbereitungsstunden“, erzählt Florian Zierlinger, Vater der 7-jährigen Andrea.

Lotta ist acht Jahre alt, wohnt in Achau und kennt die Erstkommunion von ihrem zwei Jahre älteren Bruder Felix. „Sie ist total begeistert und freut sich schon“, erzählt Mama Barbara Würstl.

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