Biedermannsdorfer Anrainer kämpfen gegen Schleichweg. Grüne brachten Dringlichkeitsantrag ein, um Situation am Friedhofsweg und Leo Eichinger-Ring neu zu evaluieren.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 05. Juli 2020 (04:55)
Vizebürgermeister Josef Spazierer, SPÖ, versprach, dass die nächste Ausschusssitzung „zeitnah“ stattfinden soll. „Daran wird auch schon der Verkehrsplaner daran teilnehmen“, bekräftigt Spazierer, das Anliegen der Anrainer ernst zu nehmen.
NOEN, privat

Seit der Friedhofsweg als Verbindungsstraße zum Friedhof und darüber hinaus zum neuen Siedlungsgebiet Untere und Obere Krautgärten, dem heutigen Leo Eichinger-Ring, errichtet wurde, hat er vor allem bei den Anrainern den Ruf als Rennstrecke missbraucht zu werden.

Deshalb wurde von den Anrainern eine Unterschriftenliste ins Leben gerufen, eine der Initiatorinnen erklärt im NÖN-Gespräch: „Es wird viel zu schnell gefahren, Einbahnregelungen werden missachtet. Der Leo Eichinger-Ring und der Friedhofsweg werden als Ausweichstrecke zur Ortsstraße benutzt, weil es hier keine Ampeln gibt.“

Bis Mitte August sollen möglichst viele Anrainer unterschreiben, dann will man die Listen den Parteien übergeben, „damit das Thema wirklich ernst genommen wird“.

Die Grünen brachten bereits in der Gemeinderatssitzung vom Donnerstag den Dringlichkeitsantrag ein, „den Sicherheits- und Verkehrsausschuss damit zu beauftragen, eine moderierte Bürgerversammlung unter Einbeziehung von Verkehrsexperten zu organisieren, um Ziele und Maßnahmen für eine Lösung der bestehenden Verkehrsprobleme zu besprechen und zu erarbeiten“, wie es im Antragstext heißt.

Die Diskussion um den Friedhofsweg kochte vor allem in den Sozialen Medien wieder hoch, da sich vor zwei Wochen ein Verkehrsunfall auf dieser Strecke ereignet hatte.

Bezirkspolizeikommandant Peter Waldinger präzisiert: „Der Unfall passierte unter Alkoholeinfluss. Weder die Beamten der Polizeiinspektion Laxenburg noch jene in Wiener Neudorf haben Kenntnis davon, dass es auf dem Friedhofsweg dauernd zu Unfällen kommt.“

Zeitnahe Sitzung mit Verkehrsexperten

SPÖ-Gemeinderat Peter Schiller wohnt in unmittelbarer Nähe und bekommt von „dauernden Geschwindigkeitsübertretungen“ nichts mit. Er stellte den Gegenantrag, den Dringlichkeitsantrag dem Verkehrsausschuss zuzuweisen.

Grünen-Gemeinderätin Simone Jagl sieht das „als Farce. Wenn man sich unseren Text ansieht, dann haben wir genau das gefordert, was die SPÖ in einem eigenen Antrag formuliert hat. Aber es freut uns zumindest, dass Bewegung in die Sache kommt“.

Vizebürgermeister Josef Spazierer, SPÖ, versprach, dass die nächste Ausschusssitzung „zeitnah“ stattfinden soll. „Daran wird auch schon der Verkehrsplaner daran teilnehmen“, bekräftigt Spazierer, das Anliegen der Anrainer ernst zu nehmen.