Region Mödling: Vorsicht für Mensch & Haustier geboten. Der Erreger kann beim Menschen lange unentdeckt bleiben. Eine späte Diagnose kann oftmals auch tödlich enden.

Von Johanna Hoblik. Erstellt am 08. Januar 2021 (04:12)
Das Veterinärmediziner-Ehepaar Petra und Josef Fischer warnt „vor Spätfolgen für den Menschen durch den Fuchsbandwurm“.
Tierklinik am Sonnberg

Auf die Gefahr des Fuchsbandwurmes hinzuweisen, ist einem Hundehalter, der an der Gemeindegrenze von Maria Enzersdorf wohnt, und dort immer wieder Füchse sichtet, besonders wichtig.

„Nur weil unser Hund schon 13 Jahre alt ist und seit Monaten mit Darmproblemen kämpft, ließen wir eine Kotprobe auf Parasiten untersuchen und bekamen die Diagnose ,Fuchsbandwurm‘, erzählt der Mann. Auch wenn die „Echinokokkose“ beim Menschen eher selten „angeht“, so handelt es sich „um eine widerliche und lebensgefährliche Erkrankung, die leicht übersehen wird, weil sie – auch beim Menschen – über Jahre hindurch ohne Krankheitssymptome verläuft“.

Kontakt mit Bandwurm ist leicht möglich

Er appelliert an jeden Hunde-, oder Gartenbesitzer, „sich der möglichen Gefahr bewusst zu sein, wie leicht man mit den Eiern des Fuchsbandwurms in Kontakt kommen kann“.

Die Perchtoldsdorfer Veterinärmediziner Petra und Josef Fischer, Tierklinik am Sonnberg, erläutern: „Hauptbetroffen sind die westlichen Bundesländer, wo teilweise jeder zweite Fuchs befallen ist. Es wurde allerdings vor Kurzem ein mit dem Fuchsbandwurm befallener Fuchs im Bezirk Mödling diagnostiziert.“

Vermehrtes Auftreten ist nach Ansicht des Ehepaars „derzeit nicht zu beobachten“, erklären jedoch: „Füchse, Hunde und Katzen sind Endwirte, die nach Aufnahme der Larven aus einem Zwischenwirt – etwa Kleinnager wie die Maus – den typischen Bandwurmbefall ausbilden. Symptome können Durchfall, Mattigkeit und Abmagerung sein. Regelmäßiges Untersuchen und Entwurmen ist der beste Schutz, den Befall selbst erkennt der Tierhalter nicht.

Gefährlich wird es durchaus auch für Menschen. Er ist ein sogenannter „Fehlwirt“, bei dem sich „nach Aufnahme der Bandwurmeier im Darm Larven ausbilden, die die Darmwand in Richtung der Leber durchbohren und dort eine krebsartige, wuchernde Erkrankung auslösen können“. Die Veterinärmediziner betonen: „Zu spät erkannt, endet diese in der Regel tödlich“.