Bezirk Mödling: Petition für den Wald. Die Grünen der Wienerwaldgemeinden haben sich zusammengeschlossen, um Gesetzesänderung zu erreichen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:24)
Das Kiental-West war ebenfalls massiv von Baumschlägerungen betroffen.
Grüne Hinterbrühl

Es war für die Grünen aus der Hinterbrühl das Tüpfelchen auf dem I: Die Waldschlägerungen, die die Bundesforste im Biosphärenwald Wienerwald durchgeführt haben.

Stephan Weinberger, Ortsgruppensprecher der Grünen Hinterbrühl, berichtet: „In den vergangenen drei Jahren haben die Bundesforste uns viele Zugänge zum Naturpark Föhrenberge ruiniert. Da geht es um den erfolgten Kahlschlag über eine Länge von mehr als einem Kilometer Länge an der Via Sacra, das Kiental West, das eigentlich zur Kernzone gehört, wo eigentlich wieder ein Urwald wachsen sollte und heuer im Februar die Rudolf Schwarz-Promenade. Aus Kostengründen wird großflächig geschlägert, das Ganze wurde ja auch von der Bezirkshauptmannschaft abgesegnet. So ist aber ein Hektar Wald verschwunden.“

Deshalb haben sich die Hinterbrühler Grünen so wie viele andere Grünen-Ortsgruppen beschlossen, die Online-Petition „Wir für den Wald zu unterstützen“. Diese Petition möchte eine Änderung der gesetzlichen Lage erreichen und richtet sich an zwei Ministerien, das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft und das Justizministerium.

Bäume sind rechtlich Gebäuden gleichgestellt

Denn das Kernproblem ist überall gleich, egal, ob in Breitenfurt, Mödling, Hinterbrühl oder Klosterneuburg: „Solange Bäume rechtlich wie Gebäude behandelt werden, wird es so bleiben, dass Waldbesitzer aus Angst vor rechtlichen Folgen Bäume großflächig schlägern lassen“, weiß Weinberger.

Dazu habe das Umweltbundesamt auch eine Studie erstellt, aus der hervorgeht, wenn man das Gesetz ernst nimmt, rund 24 Prozent der österreichischen Waldfläche verschwinden wird. „Ein Baum ist ein Naturgebilde und kein Gebäude“, hält Weinberger fest. Und: „Meiner Meinung nach kann es nur die Lösung sein, sich gesetzlich an Deutschland anzunähern. Hier ist man zu den waldtypischen Gefahren zurückgekehrt, die von Bäumen ausgehen können und für die niemand haftet.“

Andreas Weiß, Direktor des Biosphärenparks Wienerwald, erklärt: „Aus der aktuellen juristischen Sicht ist es verständlich, dass diese Pflegemaßnahmen entlang von Forststraßen so gesetzt werden, wie es zurzeit passiert. Im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch werden Bäume wie Gebäude behandelt. Revierförster wollen neben Mountainbike-Routen oder Wanderwegen eben kein Risiko eingehen, selbst in der Kernzone nicht. Wir als Biosphärenpark setzen auf die Baumkonvention und der in dieser definierten Forderungen. Diese setzt sich seit Jahren für den Erhalt gesunder Bäume sowie die Bewusstseinsbildung hinsichtlich Gefahrensituationen und Konsequenzen bei überschießenden Baumfällungen ein.“ //bit.ly/waldschutz

www.wir-fuer-den-wald.at/

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