Heftiger Gegenwind für Schwarz-Rot in Mödling. Die neue schwarz-rote Mehrheit im Mödlinger Gemeinderat (insgesamt 24 der 41 Mandate) der wird es nicht leicht haben. Das machte die konstituierende Sitzung deutlich. Mit Gerhard Wannenmacher stellten die Grünen, von 2010 bis 2020 noch Partner der ÖVP, einen Gegenkandidaten zu Hans Stefan Hintner, seit 2003 Bürgermeister, auf.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 01. März 2020 (20:37)
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Vor allem dank der neuen schwarz-roten Mehrheit zwar ein aussichtsloses Unterfangen der Grünen, aber doch ein Zeichen, dass man das unschöne Ende von Schwarz-Grün nicht goutierte. „Die ÖVP hat sich mit der SPÖ den leichteren Partner ausgewählt“, kritisierte Wannenmacher. Unterstützung erhielten die Grünen in vielen Punkten von NEOS, die erstmals - und das gleich mit drei Mandataren - vertreten sind. Hintner behielt mit 25:15 Stimmen (eine war ungültig) die Oberhand und will Mödling gemeinsam mit den Gemeinderäten in „eine zukunftsträchtige Richtung führen“. 

Kritik an Aufstockung der Ausschüsse
und drei Vizebürgermeistern

Die erste heftige Auseinandersetzung entbrannte bei der Anzahl der Ausschüsse (=Stadträte). Da haben sich ÖVP und SPÖ darauf verständigt, von 12 auf 14 (der maximal möglichen Anzahl für Städte ab 20.000 Einwohnern) aufzustocken. „Ein Abbild des Wählerwillens“, argumentierte der Stadtchef.
Die Grünen und NEOS plädierten für neun Ausschüsse, die FPÖ für 12. Und dafür, dass drei Vizebürgermeister installiert werden sollen, hatte die Opposition die Begründung parat: Die ÖVP beharre auf einen Vize aus ihren Reihen und der ist eben nur als „3. Vizebürgermeister“ möglich. Keine Diskussion gab es um Silvia Drechsler, SPÖ, die zur Ersten Vizebürgermeisterin gekürt wurde. Rainer Praschak von den Grünen fungiert als zweiter Bürgermeister, Ferdinand Rubel, ÖVP, als Dritter Vizebürgermeister; er wird den finanzielle Zuschlag für diese Funktion dem Sozialamt spenden. 

Deutscher Staatsbürger
blitzt als Stadtrat ab

Wirbel hat es um Andreas Stock gegeben. Der NEOS-Spitzenkandidat war als Stadtrat vorgesehen, scheiterte aber als deutscher Staatsbürger an der Gesetzeslage. Was die NÖ-Gemeindeordnung sagt, wie Stock reagierte und wer vorübergehend nachnominiert wurde, lesen Sie in der Mödlinger NÖN.