Maria Enzersdorferin will von den Drogen wegkommen. Cannabis-Konsum führt zu „großem Sinneswandel“. Verdächtige Randaliererin muss in Therapie.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 25. Januar 2021 (03:23)
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Eine junge Frau hat am 27. Juli 2020 in einer Pizzeria randaliert. Laut Staatsanwaltschaft soll sie im Cannabisrausch den Inhaber und einen Mitarbeiter mit einem Besenstiel geschlagen, getreten und sich bei der Vorführung zur Amtsärztin vehement gewehrt haben. Laut Zeugen habe die Angeklagte an diesem Tag „ziemlich getobt“. Die Frau gab an, überhaupt nichts mehr davon zu wissen: „Ich glaube aber, was die Zeugen erzählen“.

Sie habe mit 14 mit Cannabis begonnen und lange gebraucht, bis sie aufhören wollte. „Jetzt ist es aber so weit, mittlerweile habe ich Angst davor“, machte die Frau deutlich. Was der Richter einsah: „Zumal sie es ja offensichtlich nicht vertragen.“

Die Frau gab an, sonst ein ruhiger und besonnener Mensch zu sein, „niemals aggressiv, aber Cannabis macht einen anderen Menschen aus mir“.

Der gerichtliche psychiatrische Gutachter Manfred Walzl bescheinigte der Frau „großen Sinneswandel“ und sprach sich deshalb für eine bedingte Einweisung in eine Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher aus, so sie sich an die Weisungen des Gerichts halte.

Somit wurde die junge Frau zu zwölf Monaten bedingt wegen Begehung einer Straftat im Zustand vollständiger Berauschung und zu einer bedingten Einweisung verurteilt. Weiters erging die Weisung, sich der ohnehin schon fix geplanten stationären und danach einer ambulanten Therapie zu unterziehen, regelmäßige Drogentests abzuliefern und sich über das Arbeitsmarktservice einen Vollzeitjob zu suchen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.