Einzug der Hiata in Perchtoldsdorf: Wein und seine Hüter gefeiert

Ein laut Überlieferung aus dem 15. Jahrhundert stammender Weinhauerbrauch sorgte dafür, dass am Sonntag fast ganz Perchtoldsdorf auf den Beinen war: Beim „Hiataeinzug“ - wo die Weingartenhüter, aber auch der Wein gefeiert werden.

Aktualisiert am 09. November 2021 | 17:24

Das älteste und größte Erntedankfest Österreichs mit seinem traditionellen Datum am ersten Sonntag nach St. Leonhard (6. November) lockte nach vorjähriger Corona-Absage Tausende Besucher und Ehrengäste, darunter Bildungsminister Heinz Faßmann, Landesrat Martin Eichtinger, Nationalrat und Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager, Landtagsabgeordneter Matin Schuster und Bürgermeisterin Andrea Kö, auf den Marktplatz, wo sie von den „Kredenzmadeln“ mit „Staubigem“ und Jungwein versorgt wurden. 

Der Zugang zum Festgelände wurde von Mitgliedern der FF Perchtoldsdorf hinsichtlich der gültigen COVID-Vorgaben kontrolliert.

Nach dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche und dem „Gstanz’l singen“ vor der festlich geschmückten „Hiatapritsch’n“, die von Karl „Jüschi“ Jüttner zum Tanzen gebracht wurde, stand „Hiatavater“ Karl Wölflinger im Mittelpunkt. Er führt mit Hütermutter Karin und Sohn Karli den Familienbetrieb in der Krautgasse 12.

Der vom Perchtoldsdorfer Weinbauverein veranstaltete „Hiataeinzug“ verfügt über eine bis ins Jahr 1422 zurückreichende Tradition und wurde 2010 nach den Kriterien der UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.