Urteil gefällt: Räuber hinter Gittern. Nur etwas mehr als ein Monat, nachdem ein 28-Jähriger die Post überfallen hatte und gleich gefasst wurde, setzte es das Urteil.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 23. August 2017 (04:31)
Alfred Peischl
Diese BAWAG-PSK-Filiale überfiel der 28-Jährige am 3. Juli.

Ein 28-jähriger Türke, der in Österreich lebt, gestand vor Gericht noch einmal, dass er am 3. Juli mit einem Messer in der Hand das Postamt in Gumpoldskirchen überfallen hat.

Der Mann gab an, dass er auf einer Baustelle im Ort gearbeitet und dort ein Messer gefunden habe. Bald darauf sei er auf einen Parkplatz gefahren, habe sich im Auto Jogginghose, Kapuze und Schal übergezogen und das Messer genommen. „Ich habe am Weg dorthin zweimal wieder umgedreht und auch im Postamt wollte ich schon wieder weg, weil niemand dort war. Dann kam die Dame und ich sagte ,Geld her!’. Ich hatte das Messer in der Hand, wollte ihr aber sicher nichts tun. Sie fing an zu schreien und lief durch den Hinterausgang weg. Ich sprang über den Tresen und lief auch dort hinaus. Aber nicht, weil ich sie verfolgen, sondern nur, weil ich nicht wieder beim Haupteingang raus wollte.“

"Ich war ein anderer Mensch"

Er habe kein Geld genommen und sei einfach zum Auto zurückgelaufen, um auf den Arbeitsplatz zurückzukehren. „Es war ein dummer Fehler, ich weiß nicht, was da passiert ist. Ich war wie ein anderer Mensch.“

Das Messer und das Gewand habe er bei der Baustelle in einen Container geworfen. Als ihn die Polizei festnahm, zeigte er den Beamten freiwillig die Sachen. Der vorbestrafte 28-Jährige wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat berufen, somit ist das Urteil nicht rechtskräftig.