Vorsicht: Parken am Richardhof ab sofort kostenpflichtig

Erstellt am 29. Juni 2022 | 05:47
Lesezeit: 3 Min
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Das Parken am weitläufigen Areal des Richardhofes am Fuße des Anningers ist seit Mitte Juni gebührenpflichtig.
Foto: Rogy
Eigentümer bekommt kaum öffentliche Zuschüsse. Gebühr als Beitrag für Sanierungen, Müllabfuhr und Erhaltung.
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Große Aufregung über Parkgebühr am Areal des Richardhofes. Leser Werner Fink, der gerne Wanderungen auf den Anninger unternimmt, stört „dass durch den Golfplatz bereits vor langer Zeit die Natur zerstört wurde, jetzt wollen die Geldgierigen auch noch, dass ich für den Waldbesuch bezahlen soll“.

„Es scheint, als wüsste die Bevölkerung nicht, dass es sich um Privatbesitz handelt.“

Eigentümer Filippo Drasche-Wartinberg verantwortet die Verwaltung des rund 360 Hektar großen Areals, auf dem sich neben einem Reitstall auch ein Golfclub und ein Restaurant befinden. Er rechtfertigt die Parkgebühr mit den hohen Erhaltungskosten für die 1,2 Kilometer lange Richardhofstraße und den Parkplatz: „Es scheint, als wüsste die Bevölkerung nicht, dass es sich um Privatbesitz handelt. Auch ist kaum bekannt, dass sich die Straße auf dem Gebiet dreier Gemeinden befindet: ein kurzer Abschnitt ist Teil von Mödling, das längste Stück in Guntramsdorf und ein kurzer Abschnitt sowie der Parkplatz in Gumpoldskirchen.“

Als vor drei Jahren eine größere Sanierung um „weit über 40.000 Euro“ notwendig war, um die Zufahrt zu dem intensiv genutzten Naherholungsgebiet zu renovieren, gab es für Drasche-Wartinberg trotz Anfragen nur von Gumpoldskirchen „ein wenig Unterstützung.“

Der Eigentümer, der „den Richardhof in 7. Generation pflegt und als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung auch weiterhin erhalten will“, sieht nicht ein, warum er „Müllabfuhr, Schneeräumung und die Kosten für notwendige Beschilderungen zur Gänze privat tragen soll.“

Beliebtes Ausflugsgebiet mit allen Nebenwirkungen

Während der Lockdowns sei es am Areal „richtig rundgegangen: Die Ausflügler kamen in Massen, haben Party gemacht, Lagerfeuer entzündet und ich habe anschließend für die Entsorgung der zurückgelassenen Abfälle aufkommen müssen“.

Drasche-Wartinberg will das Naturgebiet weiterhin für Besucher offenhalten: „Jeder Gast ist willkommen, für Wanderer oder Ausflügler, die woanders einkehren, gilt die Parkgebühr.“ Gäste des Reitclubs und des Golfplatzes müssen keine gesonderte Gebühr bezahlen, Restaurant-Besucher bekommen einen Teil der Kosten wieder refundiert.

Gumpoldskirchens Ortschef Ferdinand Köck, ÖVP, sieht keine Handhabe: „Straße und Gebäude sind auf Privatgrund. Wir wurden über die Neuregelung knapp vor Inkrafttreten informiert, die Gemeinde kann hier keinen Einfluss nehmen.“ Die Menschen müssten sich an die neue Situation erst gewöhnen: „Ich glaube, dass sich Erholungssuchende langfristig nicht abschrecken lassen.“

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