Angst vor kahlen statt grünen Böden. Rodungen am Eichkogel in Guntramsdorf missfallen besorgten Bürgern. Die zuständige Naturschutzbehörde beruhigt.

Von Andrea Rogy. Erstellt am 18. Mai 2020 (05:13)
Derartige „Staubwüsten“ am Eichkogel sind Maximilian Bassini ein Dorn im Auge. Er wünscht sich mehr Rücksichtnahme auf geschützte Pflanzen und Tierarten.
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Maximilian Bassini ärgert sich über die Bewirtschaftung am Eichkogel: „Es finden brachiale Rodungen und Beackerungen statt, die betroffenen Areale werden ihrer Vegetation völlig beraubt. Was übrig bleibt, ist eine Staubwüste auf kalkigem Unterboden. Ohne Oberschicht sind diese Felder für die nächsten Jahrzehnte tot.“

Bassini spricht von „schwerwiegenden Schäden“ und hat der Stadtverwaltung Mödling geschrieben, um die Politik wach zu rütteln: „Es kann nicht sein, dass in einem Naturschutzgebiet so vorgegangen wird. Besonders die Rodung und Offenlegung des nackten Unterbodens in der Saumzone des östlichen Teils des Eichkogels ist absolut unglaublich – gerade in diesem Bereich befinden sich vielfältigste unter strengstem Naturschutz stehende Arten, zur Zeit blüht etwa die hier vorkommende Orchis militaris, eine seltene Orchideen Art.“

Naturschutzabteilung kennt das Gebiet

Ulla-Petra Freilinger von der Umweltstabstelle der Gemeinde Mödling klärt die Zuständigkeiten: „Die betroffenen Flächen liegen auf Guntramsdorfer Gemeindegebiet. Das gesamte Naturschutzgebiet am Eichkogel unterliegt dem Managementkonzept der Niederösterreichischen Naturschutzabteilung und wird von eigens beauftragten Institutionen umgesetzt. Der Erfolg der Maßnahmen wird von der Behörde laufend evaluiert.“

Manuela Zinöcker von der Abteilung Naturschutz der NÖ Landesregierung erklärt, dass die von Bassini fotografisch belegte Bodenbearbeitung und Gehölzschwendung – also die Durchführung von Pflegemaßnahmen – jenen arterhaltenden Maßnahmen entspreche, die für den Schutz charakteristischer Arten und Lebensräume am Eichkogel notwendig sind. Da seien sich „alle in das naturschutzfachliche Management dieses einzigartigen Naturschutzgebietes involvierten Experten aus Zoologie und Botanik einhellig einig“.

Dies betreffe unter anderem die Notwendigkeit, invasive Gehölzarten wie Robinien zurückzudrängen, wie es bei den gerodeten Flächen der Fall sei.

Zinöcker versichert, dass auf den Schutz von besonders zu berücksichtigenden Arten, wie zum Beispiel Orchideen, bei der Umsetzung der Maßnahmen höchster Wert gelegt werde: „Die Bodenbearbeitung unterstützt die Entwicklung des artenreichen Lebensraums Brache mit einem hohen Anteil an Offenboden und Strukturen, mit denen vor allem dem vielfältigen Artenbestand an Insekten, insbesondere den Wildbienen, Rechnung getragen wird.“

Bürgermeister Robert Weber, SPÖ, schließt sich der Linie der Naturschutzabteilung inhaltlich an: „Die Gemeinde steht seit Jahren voll und ganz hinter den Pflegemaßnahmen des Naturschutzgebietes Eichkogel.“

Zinöcker lässt nicht unerwähnt: „Eine gute Gelegenheit, sich über die Naturschutzmaßnahmen am Eichkogel zu informieren, bieten auch die regelmäßigen Informationsveranstaltungen für die interessierte Öffentlichkeit.“ Bassinis sei dazu recht herzlich eingeladen.