Guntramsdorf

Erstellt am 02. Februar 2018, 05:24

von Andrea Rogy

FPÖ-Aufreger: Untersuchung läuft. Die Vorwürfe konnten auch im Rahmen eines Elternabend nicht bestätigt werden; Mitarbeiterin noch freigestellt.

Bürgermeister Robert Weber.  |  Gemeinde

Rund um die von der FPÖ erhobenen Vorwürfe über angebliche Gewalttätigkeiten in der Krabbelstube in der Karl Renner-Straße gibt es bislang keine schriftlichen Belege für strafrechtlich relevante Umstände. „Trotz Aufforderung seitens der Gemeinde sind bislang keinerlei schriftliche Unterlagen, in denen Eltern strafrechtlich relevante Tatbestände schildern, bei uns angekommen“, betont Bürgermeister Robert Weber, SPÖ.

NÖN.at berichtete

FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Preiszler bezieht sich im Gespräch mit der NÖN auf „Einzelfälle, über die mir in persönlichen Gesprächen, Mails und über Schreiben in meinem Briefkasten, berichtet wurde“.

Der Tenor sei „ein rüder Umgangston mit Kindern zwischen ein und drei Jahren, wenig Herzblut, Kälte.“ Eine Mutter berichtete von verkrusteten Exkrementen, die sie beim Abholen in der Windel ihres Kindes entdeckt habe. „Hier dürfte nicht hingeschaut worden sein“, mutmaßt Preiszler. Der Gemeinderat räumt ein, dass „niemand durch Schläge verletzt wurde. Ein Kind ist aber an einer Hand in die Höhe gerissen worden“.

Vorwürfe prüfen, Zeugen suchen

Bernhard Wieland, Geschäftsführer der Betreiberorganisation Kidspoint, hat zur Klärung der Vorwürfe eine umfassende Untersuchung in die Wege geleitet: „Es geht darum, die Vorwürfe zu überprüfen und zu schauen, ob es Zeugenaussagen gibt, die den angesprochenen Verdacht erhärten.“ Es sei „eine übliche Vorgangsweise, die betroffene Kollegin einstweilen vom Dienst freizustellen. Diese Maßnahme findet auch zum Schutz der Mitarbeiterin statt“, erklärt Wieland. In der Vorwoche habe ein Elternabend stattgefunden, bei dem sich „die Hinweise nicht erhärtet haben“.

Der Betreiber werde in den nächsten Tagen weitere Gespräche mit den betreuenden Personen und auch Kolleginnen, die als Springerinnen im Haus waren, führen. Abmeldungen von Kindern sind laut Wieland nicht feststellbar: „Beim Elternabend gab es vom überwiegenden Teil der Eltern positives Feedback.“

SPÖ-Gemeinderätin Gaby Pollreisz, Vorsitzende des Bildungsausschusses, erklärt, warum die Gemeinde Interesse an einer hochwertigen Betreuung hat: „Wir unterstützen die Betreuungseinrichtung – zusätzlich zu den Elternbeiträgen – mit 7.000 Euro monatlich.“ Šie ist verärgert, dass Preiszler, „der auch im Bildungsausschuss sitzt, bei Vorliegen derart massiver Gewaltvorwürfe keinen Kontakt mit mir aufgenommen hat“.

Keine Anzeichen von körperlicher Gewalt

Beim Elternabend war auch die Kindergarteninspektorin des Landes anwesend. Marion Gabler-Söllner, Sprecherin der Abteilung Kindergärten und Schulen des Landes NÖ, berichtet: „Wir werden die Einrichtung weiterhin engmaschig unter Aufsicht behalten.“ Anzeichen von körperliche Gewalt hätte die Inspektorin bei ihrem Aufsichtsbesuch nicht nachvollziehen können.