Holocaust lässt keinen kalt. Guntramsdorfer Schüler nahmen an Onlineveranstaltung teil.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 05. Februar 2021 (05:34)
Karl Markovics las im Zuge der Online-Veranstaltung Berichte von Zeitzeugen vor. BORG
Screenshot/BORG Guntramsdorf

An die 1.500 Schülerinnen und Schüler sowie Studierende aus ganz Österreich nahmen live an der Veranstaltung des Vereins „Friends of Yad Vashem in Austria“ teil, darunter auch 25 Schülerinnen und Schüler des Oberstufenrealgymnasiums Guntramsdorf. Anlass war der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des „Holocaust“ (27. Jänner), der an die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau erinnert.

Karl Markovis, Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, „Salomon Sorowitsch“ (Hauptrolle) in Stefan Ruzowitzkys Oscar-prämierten „Die Fälscher“-Film, trug erschütternde wie berührende Zeilen aus Gideon Greifs Buch „Wir weinten tränenlos“ vor. Die Interviews mit sieben Zeitzeugen, die im KZ Auschwitz-Birkenau in den „Sonderkommandos“ zur Arbeit in den Gaskammern und Krematorien gezwungen wurden, zeigten erschreckende Erkenntnisse eines Überlebenden, dem der Anblick der geöffneten Gaskammer immer gleichgültiger geworden war: „Wenn ich ein Mensch gewesen wäre, hätte ich keinen Moment ausgehalten. Wir hielten aus, denn wir waren keine Menschen.“ Im Anschluss an die Lesung stand Markovics den Jugendlichen Rede und Antwort. Für den Hinterbrühler Künstler ist klar, warum Bildungsangebote und Gedenkveranstaltungen zum Thema „Holocaust“ so wichtig sind: „Beim Gedenken geht es nicht um Schuld oder sich schuldig fühlen. Es geht um das Erinnern, um nicht zu wiederholen.“ Zudem halte er es für wichtig, dass sich jede weitere Generation mit diesem Thema beschäftigt.

Die Reaktionen einiger Schülerinnen und Schüler des BORG Guntramsdorf sagen alles: „Es war schockierend, aber die Textstellen regten zum Nachdenken an: Wie konnte es nur so weit kommen und wieso gibt es heute noch immer Menschen, die das Geschehene verleugnen?“ – „Gerade heute, wo im Internet so viele Falschinformationen kursieren und es kaum noch Zeitzeugen gibt, ist es ganz wichtig, möglichst nahe Erfahrungen mit dem Thema zu machen.“ – „Klar wusste ich, dass damals schlimme Sachen passiert sind. Aber erst durch die Konfrontation kann ich mir das schreckliche Ausmaß wirklich vorstellen.“