Verheerender Brand - Familie dankt an allen Helfern. Der Brand eines Einfamilienhauses in Guntramsdorf im Bezirk Mödling hat am Dienstagnachmittag den Einsatz von rund 100 Mitgliedern von sieben Feuerwehren gefordert.

Von Redaktion NÖN.at. Update am 28. Juli 2021 (06:59)

Gegen 13:00 Uhr brach im Gemeindegebiet von Guntramsdorf (Bezirk Mödling) ein Brand im Obergeschoß eines Einfamilienhauses aus. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte drangen meterhohe Flammen aus einem Fenster im Bereich des Daches. Eine Bewohnerin konnte sich mit ihrem Hund rechtzeitig aus dem Gebäude retten. Sie wurde durch Einsatzkräfte des Rettungsdienstes betreut. Die Löscharbeiten der sieben Feuerwehren mit rund 100 Feuerwehrmitgliedern dauerten bis in die Abendstunden.

Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte der FF Guntramsdorf stand der Balkon des Einfamilienhauses in Vollbrand und aus dem gesamten Dachbereich war Rauchentwicklung wahrzunehmen. Der Einsatzleiter ließ sofort einen Außen- und einen Innangriff unter umluftunabhängigem Atemschutz vornehmen und veranlasste die Nachalarmierung der FF Wiener Neudorf mit der Drehleiter.

Der Brand hatte zu diesem Zeitpunkt bereits vom Balkon auf zwei Zimmer im Obergeschoß übergegriffen. Die große Schwierigkeit bestand nun darin festzustellen, ob das Schadensfeuer auch schon den Dachstuhl erfasst hatte. Deshalb wurde damit begonnen, von der Drehleiter aus das Dach von außen zu öffnen. Tatsächlich stellte sich heraus, dass der Brand auch im Dachstuhl bereits um sich gegriffen hatte. In der Folge wurden daher die Feuerwehren aus Mödling (mit der Teleskopmastbühne) sowie die FF Gumpoldskirchen und FF Laxenburg nachalarmiert.

Dachhaut musste geöffnet werden

Um den Brand im Dachstuhl überhaupt wirksam bekämpfen zu können, musste nun das Dach in mühsamer Arbeit von den Hubrettungsgeräten aus, mit Rettungskettensägen nach und nach geöffnet werden, insgesamt waren 30 Atemschutzgeräteträger eingesetzt. Trotz aller Bemühungen konnte sich der Brand in der Dachkonstruktion so weit ausbreiten, dass der Dachstuhl nicht mehr zu retten war. Schlussendlich wurden mit einem Greifbagger einer Spezialfirma große Teile des Dachstuhls entfernt, gegen 20:30 Uhr konnte „Brand aus“ gemeldet werden. Ein Feuerwehrmann musste im Laufe des Einsatzes vom Rettungsdienst betreut werden.

Der gesamte Dachstuhl und das Obergeschoß wurden schwer beschädigt und auch die im Erdgeschoß befindlichen Wohnräume wurden durch den Rauch und das Löschwasser unbewohnbar.

Die Brandursache ist noch nicht bekannt und wird von Brandermittlern der Polizei erhoben. Nach dem Brand blieb eine Brandwache der FF Münchendorf an der Einsatzstelle.

Am Freitagabend hat sich Daniel Könczöl, langjähriger FPÖ-Stadtrat und nunmehriger Gemeinderat in Mödling, via Facebook bei allen  Helfern und Spendern "sehr, sehr herzlich für eure großartige Unterstützung in den letzten Tagen nach der Brandkatastrophe" bedankt. "Danke auch an die unglaublich hilfsbereite Nachbarschaft, die uns nicht nur Mut zugesprochen hat, sondern auch tatkräftig unterstützt hat. Danke an alle Freunde und Bekannte, die uns bei der Suche eines Ausweichquartiers geholfen haben - wir konnten mittlerweile etwas in Guntramsdorf finden."

Großes Lob gab's von Könczöl neben der "ausgezeichneten Arbeit" der Einsatzkräfte auch für seine 16-jährige Stieftochter. Sie sei alleine im Haus gewesen, habe die Flammen gemerkt und "ist mit dem Hund ins Freie gelaufen. Dann hat sie ein Auto aufgehalten und gebeten, die Feuerwehr zu verständigen", berichtet Könczöl im NÖN-Gespräch. Der Brandherd dürfte im Bereich der Außenanlage der Klimaanlage gelegen sein, am Montag wollen die Brandermittler diesbezüglich für Klarheit sorgen: "Ich will gar nicht daran denken, was alles gewesen wäre, wenn das in der Nacht passiert wäre. Da stünden wir jetzt anders in den Schlagzeilen", merkte Könczöl an.