„Gut Riedenhof“ sucht neues Zuhause. Das Landestierheim für Großtiere wollte Grundstück in Achau eigentlich kaufen, doch nun wird ein neuer Standort gesucht.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 28. November 2014 (11:52)
„Gut Riedenhof“-Chefin Evelyn Popp sucht ein neues Zuhause für ihre Pflegetiere.
NOEN, Burggraf

Vor mittlerweile zehn Jahren wurde das „Gut Riedenhof“ als Gnadenhof für Großtiere ins Leben gerufen. Seit dem wurde die Achauer Einrichtung zur ersten Anlaufstelle, wenn in Not geratene Pferde, Ponys, Alpakas, Lamas, Ziegen oder auch Schafe ein Zuhause brauchten.

Seit dem heurigen Jahr darf sich der ehemalige Gnadenhof nun als erstes Landestierheim für Großtiere bezeichnen. „Leider bleiben die Subventionen und Unterstützungen bis dato aus, da im Gesetz nur eine finanzielle Förderung für Kleintiere vorgesehen ist, jedoch nicht für Großtiere“, erläutert Chefin Evelyn Popp. Sie gründete damals mit ihren Eltern den Gnadenhof in Achau.

„Wiener Netze“ bestehen auf Nachzahlung

Doch das Geld wird langsam knapp. „In unserer Situation ist Soforthilfe zum Aufrechterhalten des laufenden Betriebes dringend vonnöten, da sich bereits 22.636 Euro an Schulden angehäuft haben“, ist Popp verzweifelt. Und diese Belastungen würden sich monatlich um weitere 20.000 Euro erhöhen. Hinzu käme auch noch ein Problem mit Netzanbieter „Wiener Netze“. So fordert das Unternehmen eine Stromnachzahlung von 24.000 Euro. „Mittlerweile haben wir einen neuen Zähler bekommen, da wir so viel Strom gar nicht verbrauchen“, erzählt die Tierheim-Besitzerin.

Dennoch würden die Kilowattstunden nur so laufen, erklären könne sich das aber niemand, nicht einmal ein Elektriker, so Popp. Die „Wiener Netze“ bestünde jedoch auf die Nachzahlung, auch wenn man bei der Lösung dem „Riedenhof“ etwa mit einer Ratenzahlung entgegen kommen will.

Großsponsoren werden  sehr dringend gesucht

Auch die laufenden Pachtkosten belasten das knappe Budget des Großtierheims zusätzlich. Daher gab es Überlegungen das Anwesen zu kaufen, doch der Preis sei laut Popp zu hoch. „Der Kaufpreis, Abriss der alten Gebäude und wieder Aufbau der Stallungen, Bürogebäude, Veranstaltungsräume und Halle würden fast doppelt so viel Kosten erzeugen, wie der Kauf eines vollausgestatteten Reitzentrums“, unterstreicht sie.

Bei einem Kauf eines neuen Standortes rechnet Popp mit Kosten zwischen drei und vier Millionen Euro. „Dazu brauchen wir Großsponsoren“, weiß sie. Ein Konzept werde gerade erarbeitet, so sollen am neuen Standort auch Seminare etwa für Reittherapien angeboten werden. „Interessent gibt es schon genug“, blickt Popp dennoch positiv in die Zukunft.