Kampf um Apotheke in Münchendorf . Der Weg, eine Konzession zu bekommen, ist mühsam. Das weiß man in Münchendorf aus leidvoller Erfahrung.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 18. Oktober 2019 (04:47)
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Von vielen gewünscht: eine Apotheke in Münchendorf.

Schon Bürgermeister Josef Ehrenberger, SPÖ, hat erfahren müssen, dass das Apothekengesetz, das das Apothekenwesen regelt, aus dem Jahr 1906 stammt und es neuen Apothekern, die in einem Gebiet Fuß fassen möchten, alles andere als leicht macht. Auch die Bürgerliste „Pro Münchendorf“ versprach 2015 bei ihrer Kandidatur für den Gemeinderat, eine Apotheke in die Gemeinde zu holen.

Fast fünf Jahre später ist von einer eigenen Apotheke immer noch nichts zu sehen, obwohl es an Bewerbern nicht mangelt. Eine Apothekerin hat bei der Bezirkshauptmannschaft Mödling um eine entsprechende Konzession angesucht, ihr Ansuchen wurde von Apothekerkollegen nach der öffentlichen Kundmachung in diversen Landesblättern sofort beeinsprucht.

"Aufgrund der Einsprüche wird von der Apothekerkammer ein Gutachten erstellt"

Bezirkshauptmannstellvertreter Elmar Seiler erklärt: „Aufgrund der Einsprüche wird von der Apothekerkammer ein Gutachten erstellt, das überprüft, ob die umliegenden Apotheken durch die Eröffnung einer neuen Apotheke in ihrer Lebensfähigkeit beeinträchtigt werden. Das Gutachten ging negativ für die Antragstellerin aus. Jetzt hat die Bewerberin gemeinsam mit der Gemeinde einen Ergänzungsantrag eingebracht, damit die Apothekerkammer Besonderheiten der Situation in Münchendorf noch einmal begutachtet und berücksichtigt.“

Am Ende stehe oft der Gang zum Landesverwaltungsgericht, je nachdem, welche Partei die Gunst der Apothekerkammer auf ihre Seite bringen konnte – Bewerber oder beeinspruchende Apotheken.