Schüler-Demo gegen Geh- und Radweg in Mödling

Erstellt am 18. Mai 2022 | 05:39
Lesezeit: 3 Min
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Protest gegen die Verkleinerung des Sportplatzes in der Bachgasse: Elisabeth Klatzer, Viktoria, Saana, Martin Rychli, Milo, Daniel Nossal, Adriana, Maja und Schulsprecherin Stella (v.li.).
Foto: Foto Rogy
Im Gymnasium Bachgasse gehen plötzlich die Wogen wegen eines schon lange beschlossenen Projekts hoch.
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Diese Initiative hat die Stadtpolitik regelrecht überrumpelt. Elisabeth Klatzer, Obfrau des Elternvereines des Gymnasiums Bachgasse, konnte am Montag in der großen Pause gemeinsam mit der Schülervertretung rund 400 Schüler und Lehrer mobilisieren, die gegen den Abriss der Laufbahn sowie des Volleyballplatzes am Freigelände der Schule protestierten: „Wir lassen uns nicht gefallen, dass ein großer Teil des Sportplatzes zubetoniert werden soll.“

Die Sportlehrer Martin Rychli, Moritz Blüml und Daniel Nossal finden es „ungeheuerlich, was im geheimen Kämmerchen über den Kopf von Schülern, Lehrern und Elternvertretern hinweg ausgemacht worden ist. Unser Fußballplatz ist ohnehin schon zu klein, nun sollen die offenen Flächen weiter beschnitten werden“.

Die Schülervertreterinnen Adriana, Maja und Stella wollen dafür kämpfen, dass ihre Bewegungsmöglichkeiten nicht „willkürlich eingeschränkt werden: Wir brauchen jeden Quadratmeter, um Sport zu machen. Auch andere Mödlinger Schulen, wie die Keimgasse und die Modeschule, nutzen unseren Sportplatz“.

Einstimmiger Beschluss im Gemeinderat liegt vor

Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, ist auf NÖN-Anfrage aus allen Wolken gefallen. Er hält die Vorgehensweise schlichtweg für „ungeheuerlich“. Die beabsichtige Schaffung eines Geh- und Radweges vom Neubau in der Schleussner-Straße zum Mödlingbach sei in Abstimmung mit der Direktion und der Bundesimmobiliengesellschaft als Grundeigentümerin fixiert worden. Ein entsprechender einstimmiger Gemeinderatsbeschluss liege bereits drei Jahre zurück.

Hintner versteht die Aufregung auch aus einem anderen Grund nicht: „Die ohnehin desolate Laufbahn wird ein wenig versetzt und auf Gemeindekosten saniert. Zusätzlichen Bewegungsraum gibt es zudem im angrenzenden neuen Park beim Neubau in der Schleussner-Straße.“

Auch Verkehrs-Stadtrat Rainer Praschek von den Grünen ist verwundert. „Es handelt sich bei dem Projekt um nichts Geheimes. Es waren immer alle Beteiligten einbezogen. Natürlich auch die Schule. Es gab Termine vor Ort inklusive aller Verantwortlichen.“ Er bedauert, dass offensichtlich nicht das Gespräch mit den Beteiligten gesucht wurde. „Den Schülerinnen und Schülern wird nichts genommen, sondern ein kürzerer Schulweg gegeben.“ Es gebe – wie Klatzer ausführt – auch nicht mehrere Varianten, die vorliegende sei „die einzig mögliche“, meinte Praschak.

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