Ist Vorrang aus Sackgasse sinnvoll?. Ferdinand Szuppin bezweifelt Sinnhaftigkeit des Rechtsvorrangs. Ortschef Moser: „Maßnahme ist vorgeschrieben.“

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 03. Dezember 2017 (05:57)
Szuppin
Künftig soll sogar aus der Hortigstraße Rechtsvorrang gelten, wundert sich die Bürgerliste.

„Gefahrenpotenzial durch unnötigen Rechtsvorrang“, fürchtet Gemeinderat Ferdinand Szuppin, Fraktionsobmann der Unabhängigen Bürgerliste. Bürgermeister Erich Moser, ÖVP, hat im Zuge der Schaffung von 40er-Zonen verlautbart, dass der Verkehrssachverständige als begleitende Maßnahme die Einrichtung von Rechtsvorrang-Regelungen, insbesondere in der Park- und der Hortigstraße, gefordert habe.

Szuppin meint: „Rechtsvorrang kann in Wohnsiedlungen an Kreuzungen von Straßen mit gleichem Verkehrsaufkommen allenfalls sinnvoll sein. Sowohl die Parkstraße als auch die Hortigstraße dienen aber fast ausschließlich der Zu- und Abfahrt der Anrainer.“

Einen Widerspruch sieht Szuppin auch mit der bei der Schule in der Beethovengasse geplanten Begegnungszone: „Hier ergäbe sich dann die wohl einmalige Situation, dass man bei der Ausfahrt aus einer Begegnungszone Rechtsvorrang hätte.“

"Straße ist eine Sackgasse"

Besonders kurios mutet Szuppin der geplante Rechtsvorrang in den Nebengassen der Hortigstraße an: „In der Hortigstraße“ ist sogar ein ,Fahrverbot ausgenommen Anrainerverkehr’ verfügt. Außerdem ist sie eine Sackgasse.“

Die Bürgerliste hält Tempo 40 als Maßnahme zur Beruhigung für ausreichend. Bürgermeister Erich Moser verteidigt das Konzept: „Bei einem 40er ist es einfach so, dass die Einrichtung eines Rechtsvorranges gefordert ist, das ist nicht meine Idee, die Alternative wären Schwellen, aber die macht man heute auch nicht mehr.“

Auch bei der Einmündung der Beethovengasse als Begegnungszone sehe er kein Problem: „Noch haben wir keine Begegnungszone, und wenn, dann wird es auch keines sein, denn alles wird gut signalisiert und kommuniziert werden, und schließlich klappt das in vielen anderen Gemeinden auch.“ Bei den vier Bürgermeisterfrühstücken sei das jedenfalls für die Leute kaum Thema gewesen.