Mitterhöfer: „Mit 14 Jahren im KZ“. Nach der Enthüllung des Gedenksteines in Hinterbrühl wurde das Buch über Marcello Martini vorgestellt.

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 29. Oktober 2020 (03:33)
Ortschef Erich Moser, ÖVP, (l.) und Pater Jakob Mitterhöfer (r.) mit der Familie von Marcello Martini, Gattin Mariella (sitzend), Tochter Allesandra und Enkelin Matilda.
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Es waren berührende Momente, als am Freitagabend beim KZ-Platz der Gedenkstein für Marcello Martini enthüllt wurde. Wenige Tage zuvor war dessen Asche als Akt der Versöhnung und des Verzeihens dort beigesetzt worden. Martini selbst hatte kurz vor seinem Tod im Vorjahr diesen Wunsch geäußert. Die Familie Martinis, Gattin Mariella, Tochter Alessandra und Enkelin Matilda war eigens aus Italien angereist.

Mit 14 Jahren war Martini im Hinterbrühler KZ interniert, am 1. April 1945 musste er völlig entkräftet den mehrtägigen Marsch nach Mauthausen antreten, den er wie durch ein Wunder überlebte. Zurück in Italien studierte er und wurde ein international renommierter Flugzeugbauer. In späteren Jahren arbeitete er das Erlebte auch immer wieder mit Schülern auf.

Seit 1990 war Martini immer wieder in die Hinterbrühl gekommen. Mit Pater Jakob Mitterhöfer verband ihn eine innige Freundschaft. Mitterhöfer begleitete den langen und auch schmerzlichen Aufarbeitungsprozess Martinis und hielt das von ihm Erlebte und Erzählte fest: „Er musste unglaubliche Grausamkeiten mit ansehen und erdulden und Erniedrigungen über sich ergehen lassen, dennoch ist er nicht verbittert.“ Er sei immer wieder gerne in die Hinterbrühl gekommen: „Er entwickelte eine starke Beziehung zur Gemeinde und empfand die KZ-Stätte als heiligen Ort, den er ,Sacrario’ nannte.“

Aus diesen Begegnungen entwickelte sich Mitterhöfers Buch über das Leben von Martini, „Mit 14 Jahren im KZ, das Leben des Marcello Martini: Vom Todesmarsch zur Versöhnung“, das nun im Buchhandel aufliegt.

Pater Jakob Mitterhöfer mit seinem Buch.
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Das Buch wurde im Rahmen der Feier in der örtlichen Kirche in einem Gespräch mit Heinz Nußbaumer präsentiert.

Gleichzeitig ernannte an diesem Abend die Marktgemeinde Hinterbrühl Martini zum Ehrenbürger.