Historischer Tag für Biedermannsdorf

Erstellt am 21. Juni 2022 | 13:24
Lesezeit: 3 Min
Am Sonntag wurde im Perlashof nicht nur die Urkunde unterzeichnet, welche die Gemeindepartnerschaft zwischen Biedermannsdorf und Oliana in Katalonien amtlich macht, sondern auch die Perlasringe an die verdienten Autoren rund um das Buch über Graf Perlas vergeben.
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Ramonón Frederic de Vilana Perlas Marqués de Rialp, kurz Graf Perlas genannt, kam im Zuge der spanischen Erbfolgekriege von Barcelona nach Wien. Dort machte er Karriere am kaiserlichen Hof, die Nähe zur Sommerresidenz in Laxenburg war es wohl auch, die den Grafen bewogen, sich in Biedermannsdorf niederzulassen, den alten Waffenhof zu erwerben und in ein Schloss umzubauen. Altbürgermeister Karl Schrattenholzer aus Biedermannsdorf, Archivar Manfred Car aus Brunn am Gebirge und Bruno Rath aus Paasdorf haben mit ihrem Verbindungsmann in Katalonien, Sebastià Sardiné de Torrentalé, das Leben des Grafen in allen Orten nachgezeichnet, in denen er gewirkt hat. 

In seiner Rede anlässlich des Festaktes der Partnerschaftsurkundenunterzeichnung zwischen der Heimatstadt von Graf Perlas, Oliana in Katalonien und Biedermannsdorf in NÖ, versuchte Schrattenholzer zu charakterisieren, wer der Graf eigentlich war. "Er war ein tiefgläubiger und kluger Mann, de 1663 in Katalonien geboren wurde", sagte Schrattenholzer. Ausgebildet wurde er in einem Minoritenkloster, er schlug die Laufbahn als Notar ein, zuvor promovierte er 25-jährig als Doktor beider Rechte. 1713 übersiedelte er mit seiner Gattin Maria Teresa Fabregues, mit der er 11 Kinder hatte, nach Wien. Perlas war nicht nur tiefgläubig, sondern auch mit einem enormen Geschäftssinn, hoher geistiger Begabung, enormer Klugheit und Arbeitskraft ausgestattet.

Seit 1724 wohnte er in Biedermannsdorf im Schloss "Graf Perlas" und wurde zum Wohltäter der Pfarrkirche, die 1683 während der Zweiten Türkenbelagerung völlig zerstört wurde. Er legte 3.000 Gulden auf den notdürftigen Altar und setzte damit den Startschuss zum Neubau der Biedermannsdorfer Pfarrkirche. Die Gemeinde legte 1.000 Gulden dazu, und so begann die Errichtung der Pfarrkirche und des Pfarrhofes. 

Doch Graf Perlas war nicht nur für Biedermannsdorf und Brunn am Gebirge wichtig. Gemeinsam mit Hofkanzler Graf Philipp von Sinzendorf leitete er 25 Jahre lang die österreichische Außenpolitik, strukturierte die öffentlichen Finanzen um und soll es geschafft haben, Korruption und Bestechung aus der Verwaltung zu verbannen. Er gab den Startschuss für den Bau einer Straßenverbindung nach Italien, der Triester Straße, in den 1720er Jahren erfolgte der adelige Aufstieg von Graf Perlas. Er wurde in den niederösterreichischen Herrenstand aufgenommen, den ungarischen Grafenstand, in den Reichs- und Erbländischen Grafenstand und er wurde zum Grafen des Heiligen Römischen Reiches ernannt.

Für ihre Bemühungen, das Leben des Grafen zu Rekonstruieren, verlieh Bürgermeisterin Beatrix Dalos an Manfred Car, Bruno Rath, Karl Schrattenholzer, Sardiné de Torrentalé und der Delegierten Krystyna Schreiber die Perlasringe. Auch Guido Ratschiner war beim Festakt dabei, er hatte seinen Perlasring aber schon verliehen bekommen. 

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