Ja-Wort am Laxenburger Schlossteich

Erstellt am 10. August 2022 | 06:00
Lesezeit: 3 Min
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Lisa und Paul Schwertführer gaben einander im Boot das Ja-Wort. Standesbeamtin Nina Zimmermann-Rössler leitete die Zeremonie.
Foto: Martin Vavro
Lisa und Paul Schwertführer heirateten im Elektroboot.
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Im Mai des Vorjahres hielt Paul Schwertführer im Schlosspark um die Hand seiner Lisa (Satzinger) an. Damit war die passende Location für die Hochzeit de facto vorgegeben. Denn das Laxenburger Pärchen liebt es, „mit dem Elektroboot am Schlossteich zu fahren, umgeben von Schwänen, der wunderschönen Franzensburg und der einzigartigen Kulisse. Für uns ist das eindeutig unser Lieblingsplatz“, schwärmt die nunmehrige Frau Schwertführer.

Von der Idee zur Umsetzung

Die Idee, einander ebendort im Boot das Ja-Wort zu geben, reifte. „Paul hielt sie vorerst für unmöglich, mir hat sie aber keine Ruhe gelassen. Und nachdem Fragen bekanntlich nichts kostet, habe ich im Standesamt Mödling angerufen.“

Standesbeamtin Nina Zimmermann-Rössler konnte der originellen Idee einiges abgewinnen, klärte die rechtlichen Rahmenbedingungen ab und gab ihr Okay. Das Brautpaar kümmert sich um die organisatorischen Feinheiten – vier Elektroboote für die Gäste und ein „Inselboot“ mit Plattform für die Hochzeiter und die Standesbeamtin. Auch „Schlosspark und Bootsverleih reagierten sehr unkompliziert“, bedankte sich Lisa Schwertführer einmal mehr bei allen Verantwortlichen.

„Ein Einzug der anderen Art – und die Gäste in entgegenkommenden Booten applaudierten und riefen uns Glückwünsche zu.“
Paul Schwertführer

Am 22. Juli um 18 Uhr war es so weit. Die Boote wurden bestiegen, man legte Richtung Franzensburg ab. „Alleine die Fahrt dorthin mit musikalischer Begleitung war schon ein Erlebnis. Ein Einzug der anderen Art – und die Gäste in entgegenkommenden Booten applaudierten und riefen uns Glückwünsche zu.“ Vor der Franzensburg wurden die Boote miteinander verbunden, die Trauung konnte beginnen. „Dadurch, dass wir teilweise standen, war es ab und zu etwas wackelig. Baden ist aber niemand gegangen“, schmunzelte Schwertführer und erinnert sich mit ihrem Paul an den perfekten Tag.

Walter Schwinger, Leiter des Standesamts Mödling, freut sich, dass alles geklappt hat. Prinzipiell liege die Beurteilung der Location beim Standesamt und „in Mödling sind wir sehr flexibel“. Es gebe bei solchen Sonderhochzeiten auch immer ein Gespräch mit dem Brautpaar, wo der genaue Ablauf und alle Eventualitäten besprochen werden – etwa, was bei einer Hochzeit im Freien bei einem Unwetter zu machen ist. „Nachdem wir seit vielen Jahren solche Sonderhochzeiten durchführen, haben wir für nahezu alle Locations im Bezirk Mödling Erfahrungswerte und wissen, worauf wir achten müssen“, bekräftigt Schwinger.

Keine Hochzeit über den Wolken

Einmal musste selbst er ablehnen: „Vor vielen Jahren gab es eine Anfrage der AUA; sie wollte einen Flug mit einer Massenhochzeit in der Luft organisieren. Dies mussten wir nach Anfrage bei unserer Oberbehörde jedoch ablehnen, denn der Luftraum ist ab einer bestimmten Höhe kein standesamtliches Hoheitsgebiet mehr – und wer weiß bei der Geschwindigkeit schon, ob das Jawort über Mödling, Traiskirchen oder Baden gegeben wird und somit immer ein anderes Standesamt zuständig wäre.“

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