Achauer Bürgermeister: „2.000 Einwohner sind genug“

Erstellt am 20. Januar 2022 | 05:32
Lesezeit: 3 Min
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Bürgermeister Johannes Würstl (BLA) will die entscheidenden Weichen für Hochwasserschutz-Maßnahmen heuer stellen.
Foto: JJ
Ortschef Johannes Würstl, Bürgerliste, skizziert die Richtung, in die sich Achau entwickeln soll.
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NÖN: Achau war lange Zeit jene Gemeinde im Bezirk mit der niedrigsten Impfrate. Hat sich das verändert?

Johannes Würstl: Was die Impfrate anbelangt, liegen wir mittlerweile im Bezirksschnitt. Heute bin ich ein wenig verärgert, weil tatsächlich sehr wenige Menschen das Angebot des Impfbusses genutzt haben. Wir in Achau haben verglichen mit den anderen Gemeinden in Mödling eine sehr junge Bevölkerung. Der Anteil der nicht impfbaren Menschen ist bei uns überproportional hoch. Ich appelliere trotzdem an alle, bei denen es möglich ist, impfen zu gehen.

In Achau wird an allen Ecken und Enden eifrig gebaut. Ist das ein Umstand, der von der Gemeinde forciert wird?

Würstl: Die Wohnprojekte, die jetzt umgesetzt werden, werden alle bis auf einige wenige von Privaten betrieben. Die Gemeinde hat nur ein Projekt in der Pipeline, das ist die Wohnhausanlage auf der ehemaligen Mosser-Wiese. Das ist aber ein Vorhaben, das schon vor meiner Zeit als Bürgermeister im Gemeinderat einheitlich und gemeinschaftlich beschlossen wurde. Wir haben aber nicht vor, noch mehr Wohnprojekte auf Schiene zu bringen. Unsere Infrastruktur ist ganz klar auf eine bestimmte Einwohnerzahl ausgelegt. 2.000 Einwohner sind genug.“

Das heißt, für 2022 stehen keine größeren Projekte an?

Würstl: Wir wollen unser Engagement in Richtung Photovoltaik erweitern und ausloten, wo potenziell nutzbare Flächen in unserer Gemeinde liegen und bewerten, was Sinn machen könnte. Bei unserem Hochwasserschutz ist die Planung fertig. Jetzt folgen die Detailgespräche mit den Grundstückseigentümern. Eine öffentliche Präsentation des Projektes musste bis dato Corona-bedingt entfallen. Wir versuchen, allen Privatpersonen, die von Dammbauten betroffen sind, zu vermitteln, dass sie und ihre Grundstücke enorm von einem funktionierenden Hochwasserschutz profitieren.

Und die Umfahrung für Achau ist kein Thema mehr?

Würstl: Wir werden die Gespräche mit dem Land NÖ wieder anstoßen und auch mit unseren Nachbargemeinden wie Biedermannsdorf reden. Viel wichtiger ist mir aber, dass wir uns mit der Exekutive darauf verständigt haben, dass Lkw, die auf der B11 und der B16 durch unsere Gemeinde rollen, verstärkt dahingehend kontrolliert werden, ob sie tatsächlich eine Durchfahrtsberechtigung haben oder nicht. Wir haben dazu jetzt auch zwei Plätze, wo die Lkw-Kontrolle möglich ist.

Das Ziel ist, einmal wöchentlich so eine Kontrolle durchzuführen. Das Ergebnis der ersten Überprüfungen zeigt ganz klar, dass ein Großteil der Lkw-Fahrer keine Berechtigung hat, durch Achau zu fahren. Der Weg durch unseren Ort spart halt Maut und erfolgt bei vielen aus alter Gewohnheit.

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