Drehscheibe für vielfältige Hilfe aus Gumpoldskirchen. Überparteilicher Hilfsverein existiert seit fünf Jahren. Online-Tauschbörse und Hilfsplattform vernetzen Bedürftige mit Förderern.

Von Andrea Rogy. Erstellt am 09. Januar 2021 (04:12)
Andrea Brunner, Karl Kühn und Christian Tschirk (v.li.) wollen weiterhin allen im Ort lebenden Menschen helfen, die auf verschiedensten Ebenen Unterstützung brauchen.
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Derzeit finden die meisten Aktivitäten Corona-bedingt hinter den Kulissen statt, das Sommerfest musste ebenso abgesagt werden wie die Beteiligung am Punschstand. „Gumpoldskirchen hilft“-Obfrau Andrea Brunner zieht dennoch positive Bilanz und ist voller Tatendrang: „Es gibt viel zu tun, denn es gibt immer jemanden im Ort, der Hilfe braucht.“

Die Bedürfnisse von Hilfesuchenden werden über eine Mailplattform mit 150 Unterstützern zusammengeführt. „Im zweiten Lockdown hat ein PC-Fachmann vier Notebooks an den Verein gespendet, damit Schüler, die selbst kein Endgerät besitzen, dennoch am Homeschooling teilnehmen können. Ein Gerät wird bereits von einem Mädchen der Mittelschule benutzt“, freut sich Brunner.

Über den regelmäßigen Newsletter wird der Bedarf an konkreten Gütern kommuniziert bzw. kostenfrei abzugebende Gegenstände beworben. „Wir sammeln Geld und Aufmerksamkeit, auch Tauschen ist möglich“, bringt es Kassier Christian Tschirk auf den Punkt.

Die Idee zur Vereinsgründung entstand 2015, am Höhepunkt der Flüchtlingskrise. „Auf einer Gemeindeveranstaltung wurde öffentlich überlegt, wie man helfen könnte – wir hatten den Verein bereits im Vorfeld gegründet und waren stolz, dass wir bereits konkret helfen konnten“, erzählt Obfrau-Stellvertreter Karl Kühn.

Projekt für alle Menschen im Ort

Längst ist aus der Initiative ein Projekt für alle Menschen im Ort geworden. „Die Möglichkeit, Bedürfnisse zu deponieren führt uns vor Augen, wem es wirklich schlecht geht. Das sind natürlich Menschen, die neu hierher kommen, es gibt aber auch große Not unter Einheimischen – diese versteckt sich nur besser“, weiß Tschirk. „Wir werden weiterhin unauffällig Hilfe leisten, wo sie notwendig ist“, bekräftigt Brunner.