Grüne fordern Stiehl-Rücktritt. FPÖ-Vizebürgermeister Hannes Stiehl sorgt für Aufregung im Netz.

Von Gerald Burggraf. Update am 02. August 2018 (11:20)
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Der blaue Kommunalpolitiker, Polizist und Funktionär der freiheitlichen Gewerkschaft im öffentlichen Dienst „AUF“ teilte vor ein paar Tagen einen Krone-Bericht über den Suizidversuch eines 26-jährigen Syrers. Dieser wollte sich von einem Baustellencontainer vor dem Parlamentsgebäude stürzen. Lapidares Stiehl-Posting dazu: „Neue olympische Disziplin!??“

Für die Kaltenleutgebner Grünen ist das Fass damit übergelaufen, sie fordern den Rücktritt des FPÖ-Vizebürgermeisters. „Einen verzweifelten Mann vor einem Selbstmordversuch zu verhöhnen entsetzt gerade Österreich. Wir können uns dem nur anschließen“, erklärt Gemeinderätin Gabriele Gerbasits. Überrascht zeigt sie sich von den Aussagen Stiehls aber nicht. „Es ist die Vertrauensfrage zu stellen. Ist der FP-Politiker Stiehl überhaupt noch tragbar? Nicht zu vergessen, er ist im Gemeinderat für die Jugendarbeit zuständig“, so Gerbasits.

Die Grünen fordern zudem auch SP-Bürgermeister Josef Graf zum Handeln auf. „Weder er, der Gemeinderat noch die Kaltenleutgebner haben sich diesen Vizebürgermeister verdient“, unterstreicht Gerbasits.

Stiehl: Forderung "völlig aus der Luft gegriffen"

Hannes Stiehl dreht in einer Reaktion gegenüber der NÖN den Spieß jedoch um: „Kaltenleutgeben hat sich eine Grüne Gemeinderätin wie Sie nicht verdient.“ Er spielt dabei auf die Verurteilung eines Urkundenfälschers an, auf den auch die Grünen hereinfielen und der der Partei nahestand (die NÖN berichtete in der Vorwoche).  Die Forderung nach seinem Rücktritt hält er zudem für „völlig aus der Luft gegriffen“. „Da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen“, ist er überzeugt.

Es sei seitens der Grünen „sehr fragwürdig und schwach“,  auf einen Zug einer linken Hetze und Presse „einfach aufzuspringen“. Die Formulierung „Neue olympische Disziplin!??“ habe sich laut Stiehl auf  die Polizei und nicht den Syrer bezogen: „Mittlerweile ist jede Diensttour für einen Polzisten eine neue olympische Disziplin und neue Herausforderung. Der Dienst und die Aufgaben haben sich einfach verändert.“ Er habe mit Sicherheit „niemanden verhöhnt“ und habe die Situation auch nicht „witzig oder amüsant“ gefunden. „Im Gegenteil, der Vorfall ist sehr traurig“, unterstreicht der Kaltenleutgebner Vize.