Lästiger Fluglärm über dem Tal ärgert die Grünen. Die Grünen wollen die Lärmbelastung messen. Mit ihrer Forderung stehen sie alleine da. Von Daniela Purer

Von Daniela Purer. Erstellt am 04. März 2019 (05:56)
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Links: Patricia Lorenz will gegen Fluglärm mobil machen.; Rechts: Bürgermeister Josef Graf, SPÖ, verweist aufs Verfahren.

Der Flugzeuglärm über Kaltenleutgeben stößt vielen Bewohnern sauer auf: An manchen Tagen donnern die Flugzeuge pausenlos über das Tal – sehr zum Ärger von Grünen-Gemeinderätin Patricia Lorenz: „Die Belastung ist seit dem Sommer des Vorjahres merklich gestiegen, es gibt auch keine Nachtruhe.“

AustroControl sieht das anders, wie die Behörde in einem Schreiben anmerkte: Seit 2009 habe sich am Flugverkehr über Kaltenleutgeben nichts geändert.

Viele Orte des Bezirks Mödling teilen die Problematik, denn sie zeigen im „Dialogforum Flughafen Wien“ den Fluglärm auf. Nicht allerdings Kaltenleutgeben: „SP-Bürgermeister Josef Graf ist nicht vertreten“, kritisieren die Grünen.

"Flugzeuglärm liegt nicht im Handlungsspielraum der Gemeinde"

Graf kontert: „Wir sind im Verein und im zugehörigen Mediationsverfahren durch den Gemeindeverband für Abgabeneinhebung und Umweltschutz vertreten.“

Außerdem stellt er klar, dass die Routen und auch die Frequenz bereits seit einigen Jahren so geändert wurden, dass der Fluglärm auf ein Minimum reduziert wird.

Gemeinderätin Bernadette Schöny, ÖVP, ist der Meinung: „Flugzeuglärm liegt nicht im Handlungsspielraum der Gemeinde. Man kann auf Initiativen des Landes oder Bundes setzen, aber wir sind nicht zuständig.“

Die Grünen versuchen dennoch, die Situation zu verbessern, wie Lorenz im NÖN Gespräch erklärt: „Wir möchten Kaltenleutgeben nicht vom Naherholungsgebiet zur Fluglärmhölle verkommen lassen.“ Sie kündigt weitere Aktivitäten an: „Im nächsten Gemeinderat werden wir vorschlagen, gemeinsam die Lage zu erheben, eventuell die Lärmbelastung zu messen und den Bürgermeister aufzufordern, sich nun gegen den ansteigenden Fluglärm einzusetzen.“