Sommer, Sonne, See und Müllproblem.... Nachdem das Badeverbot ignoriert wird, will Kaltenleutgeben die Eigentümerin stärker zur Verantwortung ziehen.

Von Daniela Purer. Erstellt am 25. Juni 2017 (04:15)
Wechselberger
Starke Verschmutzung nach Partys und Grillgelagen rund um den See schaden der Umwelt.

Jedes Jahr aufs Neue kehren im Sommer zahlreiche Wasserratten und Sonnenanbeter auf den Steinbruchsee in Kaltenleutgeben zurück. Jedes Jahr aufs Neue wird die Umgebung massiv verschmutzt, laute Partys und Grillgelage veranstaltet und das bestehende Badeverbot ignoriert.

Klaus Wechselberger, Initiator der „Umweltinitiative Kaltenleutgeben“, erklärt: „Erst seit Kurzem gibt es ein bescheidenes Hinweisschild mit vielen Verboten und wenigen Geboten. Aus Gründen der Angst vor Vandalismus haben sich die offiziell Verantwortlichen des Perchtoldsdorfer Heidevereins für nur ein Schild entschieden, das eigentlich völlig unüblich für Informationsbeschilderung im Biosphärenpark Wienerwald ist.“

"Wir haben leider nur beschränkte Kompetenzen"

Laut Wechselberger kommt die Perchtoldsdorfer Polizei je nach Einsatzfreiraum zwar bei Anruf ins Gebiet, sieht sich aber eher Verkehrs- und Verbrechensdelikten verpflichtet. So wird über Leinenpflicht hinweggesehen und Lagerfeueraktivitäten mit Verwarnung belassen.

Bezirkspolizeikommandant Peter Waldinger sieht die Möglichkeiten der Polizei jedoch begrenzt: „Wir haben leider nur beschränkte Kompetenzen und können zum Beispiel die Vollziehung des Badeverbotes nicht durchsetzen. Sehr wohl sind wir jedoch laut Naturschutzgesetz für die Lagerfeuer zuständig. So sind wir auch immer wieder vor Ort und überwachen die Lage.“

Es war seit Jahren das Hauptproblem, dass der Kaltenleutgebener Steinbruchsee zwar mit Verbotsschildern ausgestattet wurde, aber sich weder der frühere Pächter „Lafarge“ noch die Grundeigentümerin, die Gemeinde Perchtoldsdorf, besonders bemüht haben, eine erforderliche Betreuung zu gewährleisten. Wechselberger ist erbost: „Vorschläge für eine regelmäßige Betreuung wurden immer ins ehrenamtliche und freiwillige Eck gerückt.“

Kaltenleutgebens Bürgermeister Josef Graf, SPÖ, will die Gemeinde Perchtoldsdorf wieder stärker in die Verantwortung ziehen: „Wir werden Perchtoldsdorf auffordern, dass sie Ordnung beim See schaffen und der Ort so genützt wird, wie es im Naturschutzbescheid steht.“ Auch die Beseitigung des Mülls ist nun Aufgabe der Gemeinde Perchtoldsdorf. „Das ist uns viel zu teuer geworden.“

Perchtoldsdorf Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, ist der Meinung, „dass bereits das Möglichste getan wird. Wir arbeiten sehr gut mit Kaltenleutgeben zusammen, was den Müll betrifft. Es gibt Freiwillige aus der neuen Wohnhausanlage Waldmühle, welche die Leute informieren. Es gibt eine Initiative mit Verbotstafeln vom Heideverein.“

Laut Schuster kann man die Personen, die das Badeverbot ignorieren, nur „immer wieder auffordern, sich an die Gesetze zu halten“.