Tierschutz: Drohnen stören Ruhe. Neben den zahlreichen, unerlaubten Badegästen und der Verschmutzung der Umwelt gehören „Flugeinsätze“ zum Problem.

Von Daniela Purer. Erstellt am 09. August 2017 (04:49)
Wechselberger
Garantiert ohne Drohne fotografiert: Der Kaltenleutgebner Steinbruchsee zieht im Sommer immer noch viele Besucher an.

Drohnenflüge nehmen stark zu und entwickeln sich zu einem weiteren Problem am Kaltenleutgebner Steinbruchsee. Für den Freizeitgebrauch erfreuen sich die Drohnen für den Kameraeinsatz immer größerer Beliebtheit. Ungewöhnliche Perspektiven und möglichst sensationelle Fotos oder Filme werden produziert.

Durch die verbesserte Steuermöglichkeit können diese Geräte überall zum Einsatz gebracht werden. Klaus Wechselberger, Initiator der Umweltinitiative Kaltenleutgeben, fragt sich, warum Menschen ausgerechnet in Erholungs- und Ruhegebieten und gar in Naturschutzgebieten, diese dort mehr als verzichtbaren Flugobjekte fliegen lassen. Neben der Störung der Privatsphäre können am See lebende, auffliegende Vögel, wie Goldammer, Grauspecht oder Sumpfmeise verletzt oder gar getötet werden.

„Im Naturschutzgebiet sind Drohnen verboten“

„Bei der Naturschutzbehörde wurde schon im Vorfeld der Informationstafelplanung auf den leider erforderlichen Hinweis auf ein Drohnenverbot aufmerksam gemacht“, stellt der Initiator der Umweltinitiative Kaltenleutgeben klar. Es macht zurzeit auch immer weniger Sinn, den Steinbruchsee im Internet mit Bildmaterial aus einem Drohnenflug bekannt zu machen. „Das Gebiet leidet mangels ausreichender Betreuung und erforderlicher Zugangsbeschränkungen unter hohem Besucherdruck. Sinnvoller wäre es, mit den eigenen Sinnen die Welt des Naturschutzgebietes zu erfahren“, ist Wechselberger überzeugt.

Wie die rechtliche Lage bezüglich der Drohnenflüge aussieht, erklärt Perchtoldsdorfs Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP: „Im Naturschutzgebiet sind Drohnenflüge natürlich verboten, hier bräuchte man eine Genehmigung des Landes Niederösterreich. Auch wegen der Privatgrundstücke muss man Vorsicht walten lassen.“